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Mündet die Irsen in die Our?

Unter der Überschrift "Die Irsen in Schwarz-Weiß" berichteten wir in unserer Samstagsausgabe über eine Ausstellung in Welchenhausen, die Schwarz-Weiß-Fotos des Flüsschens "Irsen" und seiner Umgebung zeigt. Zum Bericht erreichte uns dieser Leserbrief.

Zwei Textstellen lassen aufhorchen. Da mündet doch tatsächlich die Irsen als Hauptdarstellerin im luxemburgischen Obereisenbach in die Our. Wie kommt sie bloß trotz devonischer Sperre dort hin? Und was bleibt für unseren Ort Gemünd? Die Gemündner haben ihren Namen von "gmund, gemündt", zweifelsfrei und auch belegbar durch ein Gewässer, das hier in die Our mündet. Und das war und ist bisher die Irsen, die in einem Bilderbuch-Akt von der größeren Schwester Our aufgenommen wird und gemeinsam mit ihr nach Wallendorf zur Sauer eilt. Vor diesem gemeinsamen Weg kann der Wanderer den Irsen-Zustrom auf der dorfnahen Brücke bewundern, mitsamt prächtigen Forellen, die im Schatten der Mauern fast furchtlos harren. Seit über 25 Jahren gibt es einen bundesweiten Freundeskreis der Gemündner; Orte und Städte mit dem Stammwort "gemünd" treffen sich bei jeweils wechselnder Gastgeberschaft. In Gemünd/Our mit dabei waren Gmund (tschechische Grenze), Gemünd-en (Eifel , Hunsrück, Main, Schwabenland) und sogar Gmund-Partner aus Österreich. Beim Festakt mit der Unterzeichnung der Charta standen das Mündungsmerkmal Our-Irsen und die gemeindliche Selbstständigkeit im Vordergrund. Nun soll also die Irsen sich kilometerweit nach Nordwesten ins Letzebuergesche abgesetzt haben! Noch etwas: Im soeben erstellten Ortswappen müssten die beiden blauen Wellenbalken auf Silbergrund — sie stellen Our und Irsen dar — zur Hälfte gelöscht werden. Da würde das Landeshauptarchiv in Koblenz aber staunen und womöglich der Heraldik-Arbeitsgruppe in der VHS Neuerburg eine Rüge erteilen. Auch geht die Rede von einem Pegel. Richtig! Seit 30 Jahren lese ich als Außenposten für das Wasserwirtschaftsamt die Daten ab und leite sie weiter. Ach, liebe Irsen, bleibe weiterhin ein Gemündner und verzeihe dem Autor den topografischen und geologischen Wackler.Werner Nosbüsch, Gemünd/Our. Landschaft/Geografie