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Nach 40 Jahren: Das PRÜ ist zurück!

Endlich wieder PRÜ: Julia Peter aus Prüm hat sich am ersten Tag die neuen Kennzeichen besorgt.
Endlich wieder PRÜ: Julia Peter aus Prüm hat sich am ersten Tag die neuen Kennzeichen besorgt. FOTO: Christian Brunker
Prüm. Lange hat sich der entscheidende Schritt verzögert, nun hat die Kreisverwaltung des Eifelkreises grünes Licht: Seit Dienstagmorgen können erstmals nach 40 Jahren wieder Nummernschilder mit dem PRÜ ausgegeben werden. Christian Brunker

Normaler Betrieb herrscht am Dienstagvormittag in der Prümer Zulassungsstelle des Eifelkreises. Auf den Stühlen im Warteraum schlagen sechs Besucher die Zeit tot, bis endlich ihre Nummer auf der Anzeige in der Ecke aufleuchtet. Noch hat es sich nicht herumgesprochen, dass es für die Bürger im Eifelkreis seit diesem Vormittag die Möglichkeit gibt, statt eines BIT auch wieder ein PRÜ als Nummernschild zu beantragen. Dann sind die ruhigen Zeiten in der Zulassungsstelle voraussichtlich erst einmal vorbei. Schon am Nachmittag kommen immer mehr Bürger, die die ungeliebten BIT-Kennzeichen loswerden wollen. Auch die Telefone klingeln ständig, am Apparat: Bürger, die schnell noch ihr Wunschkennzeichen reservieren wollen, ehe sie persönlich vorbeikommen können - und offenbar gleich für ein paar Nachbarn mit. Eine Antwort der Zulassungs-Mitarbeiterin: "Wollen Sie gleich für den ganzen Ortsteil reservieren?"

Gerade einmal zwei PRÜ-Kennzeichen habe sie in den ersten knapp drei Stunden angefertigt, sagt eine Mitarbeiterin der Schilderfertigung. "Aber es weiß ja auch noch kaum einer schon davon. Deshalb denke ich, dass sich das in den nächsten Tagen ändert." Beim zweiten Besuch am Nachmittag gehen die neuen Kennzeichen schon deutlich häufiger über den Ladentisch. Von PRÜ - M bis zu allen möglichen Kombinationen ist alles mit dabei, von den Initialen bis zur Hommage an einen Fußballklub mit PRÜ - FC.

Einer der ersten mit dem neuen PRÜ ist Gerd Berens aus Rommersheim, der die Kennzeichen für sein Quad beantragt hat. "Das hat sich jetzt zufällig ergeben", sagt Berens. "Sonst hätte ich auch ein Bitburger Kennzeichen genommen." Gewusst habe er von der neuen Möglichkeit zuvor nicht. "Das hier ist für meinen Vater, der steht da drauf", sagt Alex Klein aus Olzheim. "Ich war heute Morgen hier für den Führerscheinantrag und habe das so zufällig mitbekommen."

Wer ein bestimmtes PRÜ haben will, der muss derzeit noch persönlich zur Zulassungsstelle kommen oder anrufen - so er denn durchkommt. "Über das Internet funktioniert die Reservierung noch nicht", sagt Erhard Hirschberg von der Kreisverwaltung. Das soll sich aber auch in den nächsten Wochen ändern. Wer sein Auto ummelden will, muss sowohl Fahrzeugschein als auch Fahrzeugbrief mitbringen. Die Kosten belaufen sich inklusive Schilder auf rund 70 Euro. Um ein PRÜ zu bekommen, muss man auch nicht im Altkreis wohnen, sondern es steht allen Bürgern im Eifelkreis offen.

Die Wiedereinführung der sogenannten Altkennzeichen geht auf eine Initiative der Hochschule Heilbronn zurück. Professor Ralf Bochert hatte in einer Untersuchung festgestellt, dass eine große Mehrheit der Bürger gerne wieder die alten Kennzeichen zurückhätten, die bei den Gebietsreformen Anfang der 1970er Jahre abgeschafft worden waren. Besonders groß war die Zustimmung in Prüm: Dort hatten sich rund 80 Prozent der Befragten für die Rückkehr des PRÜ ausgesprochen. Auch in den anderen Städten waren die Ergebnisse ähnlich, sodass auch die große Politik auf den Zug aufsprang und den Weg in Richtung Kennzeichen-Liberalisierung beschritt.

Zuletzt musste noch die Liste der neuen Kennzeichen vom Bundesverkehrsministerium akzeptiert werden.

Leser-Echo: Wollen Sie ihr Auto mit einem PRÜ-Kennzeichen ausstatten? Oder halten Sie das ganze für Humbug? Schreiben Sie uns ihre Meinung in wenigen Sätzen an eifel-echo@volksfreund.de

Auch im Kreis Trier-Saarburg kehrt ein Altkennzeichen zurück. A b 19. November können Autobesitzer das SAB-Kennzeichen beantragen .