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Umwelt
Bund sieht keine Verantwortlichkeit

Die Feuerwehr im Einsatz bei Lichtenborn.
Die Feuerwehr im Einsatz bei Lichtenborn. FOTO: TV / Frank Auffenberg
Lichtenborn/Stalbach. Beschädigte Nato-Pipeline: Noch ist unklar, welche Flüssigkeit  gefunden wurde. Von Frank Auffenberg

Beim Ausheben eines Kanals, der eine Versorgungsleitung für neue Windräder aufnehmen soll, wurde am vergangenen Mittwoch eine stillgelegte Treibstoffleitung der Nato beschädigt (der TV berichtete). Obwohl solche Leitungen vor ihrer Stilllegung ausgepumpt und durchgespült werden, fanden Einsatzkräfte der Feuerwehr eine brennbare Flüssigkeit in dem beschädigten Rohr. Um was es sich dabei handeln könnte, konnte vor Ort nicht geklärt werden. Am Tag des Unglücks war die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nicht erreichbar.

 Eine mittlerweile vorliegende Stellungnahme klärt den Ursprung der entflammbaren Flüssigkeit in der Leitung nicht. „Da die Anlagen nach Kenntnis der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben seinerzeit ordnungsgemäß entleert, gereinigt und stillgelegt wurden und die BImA den Schaden nicht verursacht hat, ist eine Verwantwortlichkeit der BImA nicht ersichtlich“, teilt die Bundesanstalt mit.

Die BImA gibt aber Details zur ehemaligen Nato-Anlage, auf der der Gefahrstoff-Unfall passiert ist. „Das ehemalige Tanklager Lichtenborn-Üttfeld wurde bis 1991 von den französischen Streitkräften zur Lagerung von Kraftstoffen genutzt“, schreibt Pressesprecher Thorsten Grützner. Mit der Beendigung der militärischen Nutzung sei das Tanklager stillgelegt worden.

Auf dem Gelände seien zwölf Tanks mit unterschiedlichen Fassungsvermögen zwischen zehn und 5000 Kubikmeter betrieben worden. Eine unterirdische Pipeline habe das Tanklager versorgt, bestätigt die BImA. Wieso in der beschädigten Leitung die brennbare Flüssigkeit gefunden wurde, ist weiter ungewiss.

„Die Leitungen wurden im Rahmen der Stilllegung unter Beteiligung der zuständigen deutschen Behörden entleert und gereinigt. Vor diesem Hintergrund dürfte sich in der Leitung kein Kraftstoff befunden haben“, teilt Grützner mit. Ob in dem betroffenen Abschnitt gegebenenfalls noch ein Gemisch aus Wasser und Reinigungsflüssigkeit enthalten gewesen sein könnte, werde die Anlayse des Umweltgutachters ergeben, der von der zuständigen Orndungsbehörde beauftragt worden sei.

Auch die Feuerwehr des Eifelkreises hat noch keine neuen Informationen zur Art der gefundenen Flüssigkeit. „Es wurden Proben entnommen, die schließlich der Kripo übergeben wurden“, sagt Kreisfeuerwehrinspektor Jürgen Larisch. Vor Ort habe man nur die Brennbarkeit feststellen können. „Auch unseres Wissens nach wurden diese Leitungen bei ihrer Stilllegung gespült und verplompt“, sagt er.

Inwiefern Reinigungsmittel und Wasser noch darin gewesen sein könnten oder andere Flüssigkeiten nachträglich von außen eindringen konnten, sei nun zu prüfen. Knapp 1000 Liter pumpte die Feuerwehr aus dem beschädigten Rohr am Mittwoch ab. Der Pflug, er sollte eigentlich einen Graben zur Verlegung von Kabeln für Windenergieanlagen ziehen, traf die Pipeline ausgerechnet in einer Senke an ihrer tiefsten Stelle.

„Dort sammelte sich halt alles an Flüssigkeiten – es kann sich also gut um einen Cocktail verschiedener Stoffe handeln“, sagt Larisch. Die Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor.