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Wohnhausbrand
Was geschah in der Gartenstraße?

Schutt und Asche vor der Tür: das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer.
Schutt und Asche vor der Tür: das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Die Kriminalpolizei findet Hinweise auf Brandstiftung in dem Prümer Mehrfamilienhaus. Offen bleibt, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Probleme aber gab es dort schon vorher. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

So richtig klar ist noch immer nicht, was in der Brandnacht am Samstag in der Prümer Gartenstraße passierte: Fest steht vorerst nur, dass das Feuer in einer der sechs Wohnungen des Hauses ausbrach, in der mittleren von drei Etagen.

Die Kriminalinspektion Wittlich hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. In einer Mitteilung von gestern (TV von Dienstag) heißt es, dass man Brandstiftung als Ursache vermute.

Dann wäre es ein Verbrechen gewesen. Oder? Auch das steht nicht fest: Es sei, sagt Pressesprecher Peter Hundeck, entweder „ein fahrlässiger Umgang mit brennbaren Materialien“ gewesen. „Oder eine vorsätzliche Brandstiftung.“

Was genau wurde denn, absichtlich oder nicht, in der Wohnung angesteckt? „Einrichtungsmobiliar“, sagt Hundeck. Und lässt sich nicht auf Details ein. Und nein, ob „jemand ein Feuerzeug drangehalten hat oder eine Zigarette oder ob ein Aschenbecher umgestoßen wurde“, das sei alles noch nicht klar.

Offen bleibt auch vorerst, ob ein Brandbeschleuniger verwendet wurde oder nicht. Falls ja, Benzin zum Beispiel, „wäre das relativ einfach“, sagt Hundeck, „das könnte man nachweisen“. Wenn nicht, „geht es nur mit einem Geständnis“.

Alles andere schließen die Ermittler aus: Es sei weder ein technischer Auslöser wie eine Panne in der Elektrik gewesen „noch sonst irgendwas, das als Ursache in Frage kommt“. Und mehr Information gibt’s vorerst nicht. Außer dieser: „Die Ermittlungen dauern an.“

Das Haus in der Gartenstraße hat nicht den besten Ruf: Dort habe es, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, schon öfter „Gedöns“ gegeben.

Das kann man so sagen: Beim Polizei-Großeinsatz im vorigen Juli wurde im gleichen Gebäude ein Mann verhaftet, der einen Amoklauf angedroht hatte (in unserem Artikel von Montag hatten wir geschrieben, es sei in der Nachbarschaft gewesen). Er wohnt seitdem nicht mehr dort.

Anwohner klagen im Gespräch mit dem TV darüber, dass es immer wieder Ärger mit Bewohnern des Hauses gebe.

Auch den Beamten der Inspektion Prüm ist die Adresse alles andere als unbekannt, sie werden immer wieder dort hingerufen: „Das ist richtig“, sagt Richard Schleder, der stellvertretende Dienststellenleiter. Die Gründe: „das Übliche: Sachbeschädigung, Ruhestörung, Beleidigung.“

Er wolle aber niemanden verunglimpfen, sagt Schleder. „Es gibt andere Häuser, da fahren wir genauso oft hin.“ In die Gartenstraße aber dürften die Beamten vorerst nicht mehr gerufen werden: Wohnen kann man zurzeit nicht in dem Haus.

Einer der Bewohner habe bei der Verbandsgemeinde um Obdach ersucht, sagt Peter Hillen, Leiter der Abteilung Bürgerdienste. „Und das haben wir ihm auch gewährt.“

Es ist der Mann, in dessen Wohnung sich das Feuer entwickelt hatte. Die anderen Bewohner seien wahrscheinlich noch bei Nachbarn untergebracht: Hillen war selbst am Samstag in der Gartenstraße und hatte sie um Hilfe gebeten. Die Antwort, die man ihm gab: „Die kriegen wir alle unter.“ Die Nachbarn, sagt Peter Hillen, „waren sehr hilfsbereit“. Zumindest eine gute Nachricht also.

Das Feuer in der Gartenstraße war gegen 23.15 Uhr am Samstag von Nachbarn bemerkt und gemeldet worden. Die zehn Bewohner des Hauses, darunter zwei Kinder, erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung. Vier von ihnen konnten sich nicht mehr selbst aus der Gefahr bringen, deshalb hatte die Feuerwehr sie über die Drehleiter aus dem brennenden Haus retten müssen. Die Höhe des Schadens beziffert die Polizei Prüm auf rund 80 000 Euro.

Schutt und Asche vor der Tür: Das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer.
Schutt und Asche vor der Tür: Das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer. FOTO: Fritz-Peter Linden
Schutt und Asche vor der Tür: Das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer.
Schutt und Asche vor der Tür: Das Haus in der Prümer Gartenstraße drei Tage nach dem Feuer. FOTO: Fritz-Peter Linden
In der Brandnacht mussten vier Menschen aus dem Haus gerettet werden.
In der Brandnacht mussten vier Menschen aus dem Haus gerettet werden. FOTO: Fritz-Peter Linden