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Schule
Der lange Weg zum großen Fest

An der Grundschule Daleiden ist die Sanierung nahezu abgeschlossen. Und was Laura Meyer (links) und Pascal Koschnicke (kniend) von Gartenbau Leufgen da im Innenhof bauen, finden die Kinder auch super.
An der Grundschule Daleiden ist die Sanierung nahezu abgeschlossen. Und was Laura Meyer (links) und Pascal Koschnicke (kniend) von Gartenbau Leufgen da im Innenhof bauen, finden die Kinder auch super. FOTO: Fritz-Peter Linden
Daleiden. Drei Jahre Arbeit, mehr als eine halbe Million Euro verbaut: An der Grundschule in Daleiden atmen alle auf. Und können nach langer Spaßpause endlich wieder etwas feiern. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Daleiden, die Grundschule an einem Morgen in der vergangenen Woche: Aus einem Klassenzimmer erklingt das Schneewittchen-Lied. Die Kinder, alle mit Elan dabei, üben fürs Schulfest – am Samstag, 16. Juni. Das erste seit zehn Jahren.

Aber jetzt muss das einfach mal sein: Denn die Sanierungsarbeiten sind fast abgeschlossen. „Diese Bauphase“, sagt Schulleiterin Sandra Dhur, „war eine zähe, lange Angelegenheit.“ Allerdings: drei Jahre, im laufenden Betrieb, für fast 570 000 Euro. Allein der Brandschutz, sagt Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld, habe 300 000 Euro verschlungen.

Sanierungsstress vorüber, bald wird gefeiert: die Schule in Daleiden.
Sanierungsstress vorüber, bald wird gefeiert: die Schule in Daleiden. FOTO: Fritz-Peter Linden

Hinzu kamen Widrigkeiten, sagt Sandra Dhur, „für die man niemanden verantwortlich machen kann“. Das größte Problem zeigte sich im Mai 2016: Da fand man in den Deckenkonstruktionen ungesundes Material – feine Glaswolle, gefährlich für die Atemwege. Kruppert organisierte ruckzuck einen Bus, der kutschierte alle in den Saurierpark bei Ernzen. Danach zog man mit Kind und Kegel vorübergehend ins Haus Islek, das die Ortsgemeinde der Schule zur Verfügung stellte. Was dann, noch so eine Widrigkeit, gleich zum Gerücht führte, die VG wolle die Grundschule ganz dicht machen und nach Arzfeld verlegen.

„In dem Moment wäre es einfach gewesen, die Schule aufzugeben“, sagt Sandra Dhur. Aber: „Man hat uns immer unterstützt. Und auch die Eltern waren sehr geduldig. Andernorts wären Demonstrationen durch die Straßen gezogen.“

Bald stellte sich heraus: Die Sanierung, wie man sie bei der VG geplant hatte, würde nicht zu stemmen sein. Denn ins Obergeschoss sollte der nahe gelegene Kindergarten einziehen. Viel zu teuer wäre das alles geworden – und noch aufwändiger. Der Kindergarten bleibt, wo er ist, wird aber voraussichtlich Ende des Jahres ebenfalls saniert und erhält einen Anbau mit Mensa und Küche, in der auch für die Schule gekocht wird (der TV berichtete).

Klar: Jetzt habe man ein halbes Gebäude leer stehen, sagt Kruppert. „Aber wenn man heute reinkommt, sind alle froh, dass die Schule wieder ansehnlich ist“.

Allen voran: die Hauptpersonen. „Schon viel schöner als vorher“ findet Lars Ambros, sieben Jahre alt, die Schule. Und Jule Glod, ebenfalls sieben, gefällt „die Wand“ am besten, die ist nämlich mit Magnetfarbe bestrichen: Da kann man super Sachen dranhängen. Das sei sogar, ruft einer, „am viel besten!“.

Total interessant ist auch das, was gerade im Innenhof passiert: Da bauen Laura Meyer und Pascal Koschnicke von Gartenbau Leufgen aus Üttfeld irgendwas zusammen: „Ich meine, ein Garten“, vermutet Joé Schartz-Spithoven (sechs Jahre). Stimmt! Und was daran sozusagen am allervielbesten ist: kostenlos. „Das ist schon herausragend“, sagt die Schulchefin. Wie auch die Unterstützung durchs ganze Kollegium – und den Förderverein: Der habe einfach gefragt, was man noch brauche und sich dann darum gekümmert. In diesem Fall war es ein Spielplatz: „Die Schulhöfe sind ja alle zum Weinen“, sagt Sandra Dhur mit Blick auf die große Asphaltfläche vor der Tür. In Daleiden wird sich das ändern.

Allerhand ist noch in Arbeit, wie auch die Sanitärräume und der Innenhof. Macht aber nichts: „Es gibt hier sehr viele engagierte Eltern“, sagt Sandra Dhur, „die gesagt haben: Egal, ob alles fertig ist – wir machen auf jeden Fall ein Schulfest.“

Und so kommt’s: Am Samstag, 16. Juni, zum 45-jährigen Bestehen der Schule. Um 10 Uhr geht’s los. Mit großem Programm, mit dem Musikverein Daleiden, Gewinnspiel, Hüpfburg, Spielstraße, Essen und Trinken. Und natürlich mit Schneewittchen. „Das wird schön“, sagt Sandra Dhur.