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Basilika-Sanierung in Prüm
Und das farbige Licht leuchte ihnen

 Die Sanierung der Basilika kommt voran, in den Seitenschiffen sind die Gerüste abgebaut.
Die Sanierung der Basilika kommt voran, in den Seitenschiffen sind die Gerüste abgebaut. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Die teuren und aufwändigen Arbeiten in der Basilika Prüm schreiten fort: Nach knapp einem Jahr sind bereits einige Gerüste wieder abgebaut. Und auch die Orgelsanierung könnte gelingen. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

„Hier ist richtig was passiert“, entfährt es Wilhelm Husch. Der Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrats, fast täglich auf der größten Prümer Innen-Baustelle in der Basilika (die andere große, der Hahnplatz, liegt direkt vor der Tür), klingt sehr angetan vom Verlauf der Arbeiten. Vor genau einem Jahr fingen sie an: Damals zeigten wir im TV ein Foto von der leergeräumten Kirche.

Huschs Freude über das, was inzwischen alles passiert ist, verwundert nicht: Links und rechts in den Seitenschiffen sind die beiden großen Gerüste verschwunden, die Säulen und Wände gestrichen, der Torbogen samt Treppenrest eines früheren Turms jetzt sehr schön zu sehen. Und die neue Farbe lässt alles noch stärker wirken.

 Schon allerhand passiert: Christine Kausen (rechts) und Daniele Haas vom Gewerbeverein lassen sich von Wilhelm Husch alles erläutern.  
Schon allerhand passiert: Christine Kausen (rechts) und Daniele Haas vom Gewerbeverein lassen sich von Wilhelm Husch alles erläutern.   FOTO: Fritz-Peter Linden

Mit dabei an diesem Tag auf der Baustelle: Christine Kausen, Vorsitzende des Gewerbevereins Prüm, und Stellvertreterin Daniele Haas. Denn die beiden stellen dem Verein der Basilikafreunde ein Geschenk in Aussicht: die Spende der Prümer Geschäftsleute für die – anfangs nicht eingeplante – Sanierung der Orgel (der TV berichtete).

 Die Sanierung der Basilika läuft, während einige der Kirchenfiguren unter Schutzfolie auf die Wiedereröffnung warten.
Die Sanierung der Basilika läuft, während einige der Kirchenfiguren unter Schutzfolie auf die Wiedereröffnung warten. FOTO: Fritz-Peter Linden

Wie gesagt: 100 000 Euro soll die Erneuerung des guten, aber ramponierten Stücks kosten, die Prümer Verantwortlichen wollen sie ebenfalls jetzt vornehmen lassen, weil ohnehin schon ein Gerüst in der Kirche steht. Andernfalls würde alles noch um etliche Zehntausende teurer.

Der Gewerbeverein steuert deshalb den Erlös aus seinem Weihnachtsgewinnspiel bei. Wieviel es genau ist, gibt Gabriele Mölter vom Vorstand kurz darauf per Telefon durch: „3000 Euro! Ist das nicht schön?“

Ist es in der Tat. Bevor man allerdings, orgelmäßig, zur selben schreiten kann, muss erst das Bistum noch seinen Segen geben. Offiziell warten die Prümer zwar noch auf die schriftliche Zusage, es sehe aber gut aus, sagt Klaus Peters, der Vorsitzende der Basilikafreunde.

Denn die weitere schöne Nachricht lautet: Das Spendenaufkommen bei Bürgern und Unternehmen ist nach wie vor hoch. „Damit haben wir den Grundstock zusammengetragen“, sagt Peters, „der es ermöglicht, dass das Bistum der Sanierung der Orgel zustimmt.“

Davon aber abgesehen freut sich Wilhelm Husch über den sichtbaren Fortschritt der Arbeiten, die noch viel mehr kosten werden als eine erneuerte Kirchenorgel: „Wir stehen bei 1,9 Millionen Euro“, sagt Husch.

Und zeigt aber dann auch, was – neben neuen Fenstern, Anstrich, Heizung, Tontechnik, Mauersanierung und vielem mehr – noch eingebaut wird ins Prümer Wahrzeichen: Fünf Stelen zum Beispiel, eine davon behindertengerecht, auf die später ein Computer-Tablet montiert wird. Auf jede? „Auf jede“, sagt Husch. Und dort kann dann der Besucher am Bildschirm alles zur Geschichte des Gotteshauses erfahren. Und sich eine Dokumentation der Sanierung anschauen.

Nicht weniger begeistert ist Willhelm Husch von der künftigen Beleuchtung, zu der auch eine Reihe von Elementen gehört, die später auch farbiges Licht abgeben können. Was wiederum den Konzerten und Aufführungen in der Basilika eine ganz besondere Atmosphäre verleihen wird.

Gutes Licht und Spitzenton werden sie schon bald brauchen: wenn am Sonntag, 16. Juni, 17 Uhr, Regionalkantor Christoph Schömig Carl Orffs Liederzyklus „Carmina Burana“ aufführt, mit dem Kammerchor Westeifel, der Jungen Philharmonie Bonn und Chören und Instrumentalisten des Regino-Gymnasiums.

„Die Proben“, sagt Schömig, „haben inzwischen begonnen.“ Beim Konzert seien dann insgesamt etwa 220 Musiker dabei, davon 150 Chorsänger und etwa 70 Instrumentalisten. Klingt jetzt schon groß.

  Und wie alles geworden ist, können sich die Besucher schon vorher anschauen: Am Freitag, 10. Mai, kann jeder interessierte Bürger sich die – dann wieder komplett gerüstfreie – Kirche anschauen. Und am Abend haben dort die Basilikafreunde um 18 Uhr ihre Jahreshauptversammlung, zu der die Bürger ebenfalls eingeladen sind.

„Bis dahin muss aber fleißig wetergesammelt werden“, sagt Klaus Peters. „Um den hohen Eigenanteil der Kirchengemeinde finanzierbar zu machen.“ Und der liegt, wie bereits berichtet, bei etwa 900 000 Euro.