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Schilder zurück, Diebe verschollen

Passt wieder: Mathilde Weinandy und Anna Kling mit den Stadtgardisten Karl-Heinz Rodeike (links) und Manfred Schröder.
Passt wieder: Mathilde Weinandy und Anna Kling mit den Stadtgardisten Karl-Heinz Rodeike (links) und Manfred Schröder. FOTO: Fritz-Peter Linden
Merlscheid/Neuerburg/Prüm. Wer hat denn nun die Stadtschilder von Neuerburg und Prüm geklaut und ausgetauscht? Die Antwort: keine Ahnung. Bei der feierlichen Rückgabe am Montag in Merlscheid ließen sich die Frevler nicht blicken. Spaß hatten trotzdem alle, die dabei waren. Fritz-Peter Linden

Na also: Neuerburg ist wieder Neuerburg und Prüm darf wieder Prüm heißen. Die geklauten Schilder der beiden Städte sind, offiziell und höchst feierlich, wieder zurückgetauscht.

Das übernahmen am Montagnachmittag die beiden Bürgermeisterinnen Anna Kling (Neuerburg) und Mathilde Weinandy (Prüm) - vor dem Gemeindehaus in Merlscheid. Während die Prümer Stadtchefin sich tapfer allein auf den Weg zum neutralen Ort in der Verbandsgemeinde Arzfeld auf den Weg gemacht hatte ("Ich bin extra langsam gefahren!"), brachte Anna Kling vorsichtshalber stattliche zwo Stadtgardisten mit: Kommandant Manfred Schröder und Karl-Heinz Rodeike.

Angst vor einer Übernahme

Sehr hoch an diesem Tag auch die Gesamtbürgermeisterdichte: Denn nicht nur Merlscheids Gemeindechef Peter Schier bereitet den Parteien ein herzliches Willkommen - auch Arzfelds VG-Büergermeister Andreas Kruppert ist dabei. "Wir haben Angst vor ner Übernahme", sagt Kruppert. "Deshalb muss ich mitkommen."

Nichts da, die Damen sind friedlich, zeigen keinerlei Expansionsgelüste - und machen, so findet Neuerburgs Beigeordneter Siegfried Mathieu, sowieso eine bessere Politik als Männer.

Wer fehlt? Die Diebe! Trotz versprochener Amnestie zeigen sie sich nicht. Egal - so nimmt dann der Tausch seinen Lauf: Herzliche Umarmung der Bürgermeisterinnen, viel Gelächter, Aufstellen zum Foto - zack und fertig.

Danach gibt es Kaffee und Kuchen - und bei vielen das Gefühl, dass sich da zwischen den beiden Städten gerade eine richtig nette Verbindung entwickelt.

"Eine gelungene Sache", findet Albert Thiex aus Merlscheid. Und so ja auch viel besser gelöst "als mit einem gerichtlichen Nachspiel". "Die Aktion finde ich richtig gut", sagt auch Karin Bendt-Schaffers, ebenfalls aus Merlscheid und Mitglied bei den Arzfelder Landfrauen.

Schade nur, dass Anna Kling den versprochenen Eifelschnaps für die Täter wieder mitnehmen muss.

Oder? Halt - da meldet sich doch einer: "Ich war's" ruft Stadtgardekommandant Manfred Schröder und lacht. "Ich bekenne mich schuldig - und durstig!" Leider gelogen. Der Schnaps bleibt bei der Bürgermeisterin.