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Schlagader im Herzen der Eifel

Grenzenloser Radwander-Spaß: Mit vielen Ehrengästen und Radsportbegeisterten ist gestern der grenzüberschreitende Radwanderweg "Eifel-Ardennen-Hohes Venn" offiziell eingeweiht worden. Die insgesamt 30,5 Kilometer lange Strecke kostete rund 2,5 Millionen Euro. Von unserer Redakteurin Stefanie Glandien

Prüm/Steinebrück. Es ist noch nicht allzu lange her, da war Fahrrad fahren in der Eifel vor allem mit Kindern ein riskantes Unternehmen. Auch für Skater gab es nur die Möglichkeit, sich sonntags auf großen leeren Parkplätzen oder selten genutzten Wirtschaftswegen zu vergnügen. Und heute? "Laut einer Studie des Fahrradverbands ADFC zählt die Eifel zu den zehn beliebtesten deutschen Radregionen", sagte Ministerialrat Gerd Schäfer vom Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz gestern bei der Eröffnung des Radwegs "Eifel-Ardennen-Hohes Venn" in Steinebrück. Bei strahlendem Sonnenschein betonten Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, und Christian Krings, Bürgermeister der Stadt St. Vith, nicht nur den Nutzen für Einheimische und Touristen, sondern auch den symbolischen Wert. "Die Bahntrasse, die damals gebaut wurde, hatte auch militärische Funktion. Heute ist der darauf entstandene Radweg ein Ort der Begegnung", sagt Söhngen. Er zitierte Peter Hahne, der einmal sagte, dass viele Freizeitangebote den Geldbeutel leerten, ohne das Herz zu füllen. Das sei bei diesem Radweg anders, denn der "ist in den Herzen der Menschen in der Region angekommen." Der Radweg ist insgesamt 30,5 Kilometer lang. Von Prüm führt er bis ins belgische St. Vith. Rund 2,56 Millionen Euro kostete der Bau. Der EU-Zuschuss beträgt 1,28 Millionen Euro, Belgien zahlt 200 000 Euro, das Land Rheinland-Pfalz 400 000 Euro, die Stadtgemeinde St. Vith 2500 Euro und die VG Prüm 680 000 Euro. "Die 2,5 Millionen Euro sind sehr gut angelegt", sagte Krings. "Wenn man bedenkt, dass nur drei Kilometer weiter die erst 27 Jahre alte Autobahnbrücke für 2,5 Millionen Euro saniert werden muss, brauchen wir keine Bedenken zu haben, dass hier zu viel Geld ausgegeben wurde, um Radfahrer zu beglücken."Landrat Roger Graef sagte: "Ich freue mich, dass wir eine europäische Radwanderverbindung auf den Weg gebracht haben." . In einer Woche gebe es Gespräche in St. Thomas für einen weiteren Lückenschluss. Nicht vergessen würden auch die Wanderwege. Nach den Grußworten, musikalisch umrahmt vom Musikverein Edelweiß aus Winterspelt, machten sich die zahlreichen Radfahrer auf den gemeinsamen Weg. Den "Startschuss" gaben symbolisch Landrat Roger Graef und Louis Siquet, Präsident des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft.