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Strampeln zwischen Bahn und Berg

Arzfeld/Holsthum. Noch ist der Enztalradweg nicht komplett fertig, am Lückenschluss zwischen Neuerburg und Sinspelt wird noch gearbeitet. Doch auch so bietet sich der Radweg für einen entspannten Ausflug an einem schönen Herbsttag an, beispielsweise die Etappe von Arzfeld nach Holsthum. Christian Brunker

Arzfeld/Holsthum. Von den Flusstalradwegen der Eifel ist der Enztalradweg zweifellos der jüngste: Erst im vergangenen Jahr wurde der Abschnitt zwischen Pronsfeld und Neuerburg durchgängig asphaltiert. Im weiteren Verlauf zwischen Neuerburg und Sinspelt wird noch gearbeitet. Die Verbandsgemeinde Neuerburg verspricht den Lückenschluss im kommenden Jahr. Deshalb müssen die Radfahrer auf dem insgesamt 50 Kilometer langen Enztalradweg mitunter auf die Straße ausweichen. Der TV hat die rund 35 Kilometer lange Etappe zwischen Arzfeld und Holsthum unter die Lupe genommen.
Wo kann man starten? Es gibt mehrere Punkte, die sich als Ausgangspunkt anbieten, beispielsweise der alte Bahnhof in Pronsfeld oder der Wanderparkplatz in Lünebach. Auch am alten Bahnhof in Arzfeld oder auf dem Zinnenplatz in Neuerburg finden sich ausreichend Stellflächen.
Was gibt es zu sehen? Erster Höhepunkt der Tour ist der idyllisch gelegene Stausee in Arzfeld, der zu einer kleinen Rast einlädt - auch wenn man noch gar nicht weit gefahren ist. Danach geht es auf der ehemaligen Bahnstrecke kontinuierlich bergab in Richtung Neuerburg. Die Tatsache, wie sich die Trasse in das enge Tal einfügt, zeugt von der hervorragenden Leistung der damaligen Ingenieure.
Für Abwechslung sorgen die beiden Tunnel bei Weidendell und vor Neuerburg, die aber beleuchtet und gut zu befahren sind. Das kleine Enzstädtchen mit dem malerischen Marktplatz und der imposanten Burg lädt zu einem weiteren Zwischenstopp ein. Danach folgt der Radweg der sich windenden Enz.
Wie ist die Streckenqualität? Durchgängig gut. Von Arzfeld aus geht es auf neuem Belag die Enz hinab nach Neuerburg. Zwischen Mettendorf und Enzen teilen sich Radfahrer und Landwirtschaft manche Abschnitte, was gerade im Herbst die eine oder andere Verschmutzung bringt.
Wie kommt man zurück? Eigeninitiative - oder man macht rechtzeitig kehrt und fährt selbst zum Ausgangspunkt zurück. Allerdings: Der Abschnitt von Neuerburg nach Arzfeld geht zwar nicht steil, aber stetig bergauf, was gerade nach einer längeren Tour durchaus zu schaffen machen kann.
Als zweite Variante bietet es sich an, ab Holsthum dem Prümtalradweg in Richtung Bettingen nach Waxweiler zu folgen. Dieser Radweg trifft bei Pronsfeld wieder auf den Enztalradweg und schließt so den Kreis. Wer diese Rundtour angehen will, muss allerdings Kondition mitbringen, misst sie doch mehr als 100 Kilometer.
Was ist noch zu verbessern? So manches. Natürlich wäre es vor allem wünschenswert, wenn der Radweg durchgängig abseits der öffentlichen Straßen verlaufen und den Anstieg zwischen Enzen und Peffingen vermeiden würde (am Rande: Ab hier wechselt der Enztalradweg ins Prümtal, erst in Holsthum stößt die Enz auf die Prüm).
Das ist aber vor allem eine Kostenfrage. Aber auch jenseits dessen gibt es noch Dinge zu verbessern: So finden sich vor und hinter dem Sportplatz in Mettendorf zweimal Doppelschranken auf dem Radweg, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt, und die für die Radfahrer - besonders mit Kinderanhänger - eine unnötige Behinderung darstellen.
Fazit: Besonders der obere Teil zwischen Pronsfeld und Neuerburg, wo der Radweg auf der alten Bahntrasse verläuft, führt auf wunderschönen, eigenen Wegen durch das Islek und erinnert an die Bahnvergangenheit, wenn man beispielsweise über die alte Eisenbahnbrücke bei Strickscheid oder die beiden Tunnel vor Neuerburg rollt. Ärgerlich ist, dass der Erste Weltkrieg den geplanten Weiterbau der Bahnstrecke verhindert hat. Deshalb muss in diesem Bereich mühsam eine eigene Wegeführung gefunden werden. Aber einen Ausflug an einem Herbsttag ist der Enztalradweg immer wert.