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Straßenbau
Hier rollt nur noch der Baustellenverkehr

Und der heilige Christophorus, gemalt von Hermann Michels, schaut zu: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett.
Und der heilige Christophorus, gemalt von Hermann Michels, schaut zu: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett. FOTO: Fritz-Peter Linden
Gondenbrett. Großvorhaben für 1,7 Millionen Euro: Die Straßenerneuerung versetzt Gondenbrett in den Ausnahmezustand. Die Arbeiten werden bis weit ins kommende Jahr dauern. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Ein ganzes Dorf als Baustelle – jedenfalls beinah: Die Arbeiten an der Kreisstraße 180 in Gondenbrett laufen – und bremsen den Verkehr im Ort weitgehend ein. Denn sie nehmen fast alles in Beschlag: „Das ist die komplette Ortslage“, sagt Gemeindechef Klaus Nägel über die Großbaustelle. „Das dauert schon noch.“

Kann man wirklich so sagen: Satte 17 Monate sind für den Ausbau der Straße vorgesehen, die in dieser Zeit vollständig erneuert wird. Und jeden Monat werden dabei annähernd 100 000 Euro verbaut, denn die Gesamtkosten betragen nach Angaben der Kreisverwaltung in Bitburg 1,653 Millionen Euro.

Viel Holz, viel Zeit. Und ziemlich viel Stress für die Bürger der Mehlentalgemeinde. „Aber die Leute sind alle noch zufrieden. Und sehr nett zu den Arbeitern“, sagt der Ortsbürgermeister, der den Männern von der Irreler Firma Kohl Bau bescheinigt, „sehr fleißig“ zu sein. Und dass sie abends zudem alle Fahrzeuge und Geräte so zur Seite schaffen, dass die Bürger wieder ein bisschen mehr Platz zum Durchkommen haben.

Freundlich funktioniert eben besser als pampig, das wissen die Gondenbretter, und sie kennen zudem die Schleichwege, über die sie zumindest tagsüber eben doch raus- und wieder reinkommen ins Dorf. Denn während der Arbeiten, sagt Klaus Nägel, gehe auf der Straße gar nichts. „Das ist unmöglich.“

Im Zuge des Ausbaus wird neben der Ortsdurchfahrt auch die Kreisstraße 181 in Richtung Obermehlen erneuert. Alles in allem bedeute das auch Probleme für die Landwirte, die rund um Gondenbrett Flächen bearbeiten, zumal die meisten aus anderen Orten kämen: „Das wird schon ein richtiger Umweg für die“, sagt Klaus Nägel.

Am fortgesetzten Ausbau im Mehlental – die Straße durch Wascheid wurde bereits vor einigen Jahren erneuert – sind eine Reihe von Trägern und Einrichtungen beteiligt: Von den Kosten trägt der Eifelkreis Bitburg-Prüm den größten Teil, 1,02 Millionen Euro, allerdings fördert das Land die Arbeiten kräftig mit (803 000 Euro). Die Ortsgemeinde Gondenbrett bringt 340 000 Euro auf, denn sie erhält unter anderem neue Bürgersteige und Lampen.

Die Verbandsgemeindewerke Prüm übernehmen 278 000 Euro: „Für uns“, sagt VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen, „bedeutet das auch, dass wir die Oberflächen-Entwässerung damit verknüpfen können. Das werden wir gerne tun.“

Die weiteren Versorgungsträger wie Kommunale Netze Eifel und RWE geben unter anderem 15 000 Euro ins Bauprojekt, die Telekom verlegt ebenfalls Leitungsrohre. Die Arbeiten sollen im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Und der aktuelle Abschnitt, sagt Klaus Nägel, voraussichtlich bereits dieses Jahr: „Vor Weihnachten. Wenn das Wetter mitspielt.“ Und falls es das tut, falls die Stimmung im Dorf gut bleibt und auch alles andere plangemäß verläuft, „dann freuen wir uns, dass Gondenbrett danach eine richtig schöne Ortsdurchfahrt hat“, sagt Aloysius Söhngen.

Die sollte dann weiter nördlich auch Hallschlag erhalten: Dort sind nach der Winterpause die Arbeiten an der Bundesstraße 421 wieder aufgenommen worden (siehe Info).

Hier fahren nur Baumaschinen: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett.
Hier fahren nur Baumaschinen: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett. FOTO: Fritz-Peter Linden
Hier fahren nur Baumaschinen: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett.
Hier fahren nur Baumaschinen: Die aufgerissene Dorfstraße in Gondenbrett. FOTO: Fritz-Peter Linden