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Strom für 1000 Haushalte aus kommunalen Netz

Von der Spitze eines Windrads bietet sich ein interessanter Blick auf die Anlage, einige Module sind da noch nicht montiert. Foto: Hermann-Josef Philipps
Von der Spitze eines Windrads bietet sich ein interessanter Blick auf die Anlage, einige Module sind da noch nicht montiert. Foto: Hermann-Josef Philipps
Rommersheim. Premiere in der Verbandsgemeinde Prüm: In Rommersheim wird nun der vorhandene Energiemix aus Wind und Biogas um Sonnenstrom aus einer Freiflächenanlage erweitert. Auf rund sieben Hektar wird genug Strom erzeugt, um bis zu 1000 Haushalte versorgen zu können. Christian Brunker

Dunkle Wolken hängen drohend über der feierlichen Eröffnungszeremonie: Die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Verbandsgemeinde (VG) Prüm geht offiziell ans Netz. Dabei gilt der Verweis auf die himmlische Kulisse ausschließlich dem Wetter an diesem Tag, und nicht der Atmosphäre zwischen Ortsgemeinde, VG, Investor oder Projektentwickler: Denn alle Verantwortlichen loben unisono die gute Zusammenarbeit.
Seit 2008, berichtet der mittlerweile ehemalige Ortsbürgermeister Ignaz Nober, habe man das Ziel verfolgt. Zunächst in einem deutlich kleineren Umfang von nur zwei Hektar, doch aus Wirtschaftlichkeitsgründen habe man es auf die späteren rund sieben Hektar ausgeweitet. Der Trierer Bürgerservice, der die Anlage aufgebaut hat, habe den Investor vermittelt. Froh sei man vor allem darüber, dass die Anlage niemanden störe. "Jetzt freut sich der Gemeinderat über das gelungene Werk", sagt Nober.

Bürgermeister freut sich über schnelle Umsetzung

VG-Bürgermeister Aloysius Söhngen freut sich über die schnelle Umsetzung. Während des Verfahrens hatten sich die rechtlichen Rahmenbedingungen geändert und Freiflächenanlagen auf Ackerflächen wurden nicht länger gefördert. Doch in Rommersheim sei man da schon so weit gewesen, dass man das Projekt verwirklichen konnte. Nun habe man zusammen mit den bald mehr als 100 Windrädern und den Biogas-Anlagen einen "guten Mix aus erneuerbaren Energien", sagt Söhngen. Rommersheim habe Pionierarbeit für die VG geleistet - und ganz nebenbei bringe die Anlage Einnahmen für die Gemeindekasse.

Die nackten Zahlen lesen sich beeindruckend: Auf 71 0000 Quadratmetern sind insgesamt 12 000 Module aufgestellt, die jährlich 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das reicht, um zwischen 800 und 1000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Rund 1300 Tonnen CO würden so eingespart, sagt Ashton Fruhling, Geschäftsführer der Solibra GmbH, die die Anlage betreibt. 7,5 Millionen Euro seien investiert worden. Und wegen der hervorragenden Zusammenarbeit spendete die Firma 2500 Euro für die Rommersheimer Vereine. Helmut Nober, neuer Ortsbürgermeister von Rommersheim, kündigte an, dass das Geld vor allem der Jugendarbeit der Vereine zukommen werde.

Vorteil von Solaranlagen

Beim abschließenden Rundgang über die Anlage zeigt sich prompt ein weiterer Vorteil der Solaranlagen: Sie erzeugen nicht nur Strom. Denn als sich die dunklen Wolken in einem heftigen Gewitterschauer entladen, beweisen die Module eindrucksvoll ihre Eignung als Regenschutz. Intensiver sind die Unterseiten der Module vermutlich selten in Augenschein genommen worden.
Extra: Energieerzeugung in der VG Prüm

Rund 145 Megawatt Strom werden aktuell in der Verbandsgemeinde Prüm allein von Windrädern produziert. Wie VG-Chef Alysius Söhngen berichtet, sind bereits zwölf weitere genehmigt oder beantragt. Kommen sie hinzu, wächst die erzeugte Strommenge auf rund 160 Megawatt. Dazu kommt nun die Fotovoltaikanlage in Rommersheim, ein weiteres Sonnenenergieprojekt im Gewerbegebiet Feuerscheid-Plütscheid liegt momentan auf Eis. ch