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Stufe für Stufe zum neuen Dach

Muss saniert werden: die Kapelle in Schönecken. TV-Foto: Frank Auffenberg
Muss saniert werden: die Kapelle in Schönecken. TV-Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Schönecken. Drei Jahre lang sickert schon Wasser durch das Dach der Schönecker Burgkapelle. Auch die Turmkrone ist nicht mehr gut in Schuss - sie neigt sich immer mehr zur Seite. Bisher fehlten Mittel für die Renovierung. Jetzt wurde das Gebäude aber in die Ortskernsanierung aufgenommen - einer Instandsetzung für 100 000 Euro steht nichts mehr im Weg. Frank Auffenberg

Schönecken. Sie dominiert das gesamte Panorama des Fleckens: Die Ruine der einst prachtvollen Burg Bella Costa. Doch wer sein Auge schweifen lässt, entdeckt einige Meter unter dem mächtigen Gemäuer ein weiteres Schönecker Kleinod: die hübsche kleine Burgkapelle (siehe Extra). Sie ist wesentlich unauffälliger als die höher liegenden Burgreste, doch in der Pflege deutlich anspruchsvoller. Zuletzt 2007 wurde die 500 Jahre alte Anlage aufwendig für 55 000 Euro saniert, nun stehen die nächsten Arbeiten vor der Tür. Das Dach des ehemaligen Gotteshauses ist seit drei Jahren undicht, die Turmkrone windschief. Sie neigt sich immer deutlicher zur Seite.
"Es muss bald etwas passieren, sonst sind alle Bemühungen der vergangenen Jahre umsonst gewesen", sagt Ortsbürgermeister Matthias Antony. Nur fehlte bisher das nötige Geld, um Dach und Turm wieder in Schuss zu bringen.
Die Renovierung könnte jetzt aber doch schneller kommen als bisher gedacht. "Ich habe mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier gesprochen. Sie stimmt grundsätzlich zu, dass die Kapelle ins Städtebauprogramm gehört und so zum Bereich der Ortskernsanierung gerechnet werden kann", sagt Antony. Damit sei die Sanierung förderungswürdig und es könne für alle Maßnahmen mit einem Zuschuss von 75 Prozent gerechnet werden.23 000 Euro Spendengeld


Ein absoluter Glücksfall für den Flecken, haben die Mitglieder des Verkehrs- und Gewerbevereins und der Burgkapellenfreunde doch schon fleißig Geld für die Erhaltung der Kapelle gesammelt - zusammen insgesamt 23 000 Euro. "Die Dachsanierung wird voraussichtlich 100 000 Euro kosten. Wir haben ausdrücklich bei der ADD nachgefragt, ob auch Drittmittel verwendet werden dürfen. Wir haben eine schriftliche Zusage bekommen, dass das ausdrücklich erlaubt ist. Damit wäre die Maßnahme also finanziert", stellt der Ortsbürgermeister erleichtert fest. Man werde so schnell wie möglich den Prozess in die Wege leiten: "Geht alles gut, könnten wir das Dach noch in diesem Jahr reparieren lassen." Dass auch die Turmkrone saniert werden müsse, liege übrigens nicht daran, dass auch dort Wasser eindringe, sagt Antony. "Bei früheren Arbeiten wurden wohl Teile des Gebälks statisch falsch aufgebaut. Deswegen neigt sich die Konstruktion."
Einen Zeitplan für die Arbeiten gebe es zwar noch nicht, sagt Adelheid Karp von der Initiative Burgkapellenfreunde, sie begrüße aber, dass das Dach bald repariert werde. "Nachdem 2007 die Kapelle saniert wurde, unter anderem mussten die Außenwände trockengelegt werden, ist die Kapelle eigentlich in einem guten Zustand.
Das undichte Dach muss also schnell gemacht werden, damit es nicht wieder neue Schäden gibt", sagt sie. In der privaten Initiative kümmert sie sich mit drei Mitstreitern seit 2008 um die Erhaltung der Kapelle. Unter anderem bietet sie auf Anfrage private Führungen an und organisiert mit den Burgkapellenfreunden Treffen von Jakobspilgern in dem ehrwürdigen Gemäuer.
"Alle zwei Jahre, jeweils abwechselnd mit dem traditionellen Burgkapellenfest des Verkehrs- und Gewerbevereins", sagt sie. Bei diesen und anderen Veranstaltungen seien auch die nun bereitstehenden Mittel zusammengekommen.
Führungen zur Burgkapelle auf Anfrage bei Adelheid Karp unter Telefon 06553 /810.