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Sport
Tartan oder Tenne?

Sowohl die Aschebahnen als auch die Sprunggrube sind arg in die Jahre gekommen.
Sowohl die Aschebahnen als auch die Sprunggrube sind arg in die Jahre gekommen. FOTO: Frank Auffenberg
Bleialf. Die Sportanlagen der Realschule plus in Bleialf sind verschlissen. Der Kreisausschuss will sie nun sanieren. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Wenn man Udo Stein fragt, wann die Sportanlage seiner Schule das letzte Mal saniert wurde, muss der Rektor erst mal rechnen. „Also, ich bin jetzt seit 1999 hier“, überlegt er. Sie seien schon mal erneuert worden, da sei er sicher. Nur wann? Es sei jedenfalls eine Weile her.

Die Kreisverwaltung, der Träger der Realschule plus in Bleialf, weiß es genauer: die Anlage sei 45 Jahre alt, eine lange Zeit für einen Ascheplatz. Sportlehrer und Eltern klagen seit Längerem über den schlechten Zustand der Laufbahn, des Mehrzweckfelds und der Sprunggrube. Und auch der Schulleiter gibt zu: „Mit den Jahren sind die nicht besser geworden.“

Zuständig für die Qualität der Außensportanlagen ist der Schulträger. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm muss also das Geld für eine Sanierung bereitstellen. Das ist in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses geschehen. Geschätzte 124 000 Euro sollen in die Erneuerung fließen. Trotzdem ist nicht jeder zufrieden.

„Das ist ein Witz“, ruft einer aus dem Publikum dem Gremium zu, obwohl er während der Runde nichts sagen darf: „Die Kinder spielen im Dreck.“ Seinen Namen will er auf TV-Nachfrage nicht in der Zeitung lesen. Er sei überhaupt zu keiner Stellungnahme bereit. Es scheint aber doch Unmut über die Art und Weise der Sanierung zu geben. Streitpunkt ist offenbar der Belag, den der Sportplatz haben soll.

Das ist im Großen und Ganzen auch das einzige Thema über das der Kreisausschuss in dieser Sitzung länger berät. Alle anderen Beschlüsse werden mehr oder weniger wortlos durchgewinkt. Darüber, ob es nun Tartan oder Tenne sein soll, ließ sich aber diskutieren.

Zusammengefasst stellt sich die Debatte so dar: Kreis-CDU-Chef Michael Billen ist für einen Ascheplatz. Der sei günstiger als eine Kunststoffbahn. Gerade da sind sich einige Mitglieder des Ausschusses, darunter Kreis-SPD-Chef Nico Steinbach aber nicht sicher. Er würde gerne prüfen lassen, ob ein Tartanplatz nicht in der Pflege billiger sei, wenngleich in der Anschaffung teurer. Die Abstimmung über das Thema will der Sozialdemokrat daher vertagen. Landrat Joachim Streit ist eher auf Billens Seite und gibt zu bedenken: „Wenn wir uns für Tartan entscheiden, wollen bald alle Tartan.“ Und das würde dann teuer werden.

Nach einigem Hin- und Her entscheidet sich der Ausschuss dann für den Ascheplatz und gegen eine Vertagung des Themas. Das heißt aber nicht, dass es jetzt mit den Bauarbeiten losgehen kann. Der Ausschuss hat mit seinem Entschluss lediglich die Verwaltung beauftragt, die Sanierung zu planen und Angebote zu vergleichen.

Schulleiter Udo Stein ist trotzdem zufrieden: „Angesichts der Haushaltslage des Kreises finde ich die Entscheidung akzeptabel.“ Immerhin sei seine Schule jüngst für Millionen saniert worden. Er sei sogar überrascht, wie schnell es mit der Erneuerung der Sportanlagen geklappt hat.