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Katastrophenschutz
Der Nachwuchs übt den Ernstfall

Beim Landeswettbewerb messen sich die Jugendgruppen im sportlichen Wettkampf.
Beim Landeswettbewerb messen sich die Jugendgruppen im sportlichen Wettkampf. FOTO: Alexander Steinruck
Prüm . Der Nachwuchs des Technischen Hilfswerks hat sich zum Jugendzeltlager in Prüm getroffen. Beim sportlichen Wettkampf siegte das Team aus Hermeskeil. Es darf Rheinland-Pfalz beim kommenden Bundeswettbewerb vertreten.

Eigentlich prägen die Farben Rot und Weiß das Bild der Abteistadt, doch ein Wochenende lang stand Prüm nun ganz im Zeichen von Blau und Gelb. Die Landesjugend des Technischen Hilfswerks (THW) hat sich für vier Tage auf dem Ausstellungsgelände zum Landes-Jugendzeltlager getroffen.

„Wir hatten wirklich wunderschöne Tage, die sicher vielen in Erinnerung bleiben“, sagt Landesjugendleiter Volker Stoffel. „Schon in den Anfangsjahren kurz nach der Gründung der THW-Jugend im Jahr 1984 wurden Zeltlager ausgerichtet, damals ging es aber noch zu einer Art Austausch nach Frankreich“, sagt Stoffel. Mittlerweile sei man aber dazu übergegangen, innerhalb von Rheinland-Pfalz das Nachwuchstreffen auszurichten. „Das 17. Jugendlager führte uns nun nach Prüm. Wir fragen im Vorfeld immer an, welche Ortsgruppe Interesse hätte, die Prümer meldeten sich und bekamen den Zuschlag.“

Aus dem ganzen Land reisten 15 von insgesamt 26 THW-Jugendgruppen in die Eifel. „Zusammen waren wir etwa 450 Teilnehmer“, sagt Stoffel. Schön und mitunter ein bisschen aufregend sei der Besuch gewesen. „Der Donnerstag ist immer vom Aufbau und Kennenlernen geprägt“, sagt Stoffel. Gleich in der ersten Nacht wurde das Zeltlager aber gleich zum kleinen Abenteuerausflug. „Wir hatten schon den ganzen Abend und auch in der Nacht die Unwettermeldungen im Blick“, sagt Stoffel. Ein Telefonat mit dem Deutschen Wetterdienst bereitete den Organisatoren dann schließlich berechtigten Grund zur Sorge.

„Wir beschlossen, alle Zelte für einige Zeit zu räumen und zogen mit allen Teilnehmern in die Ausstellungshalle – das war einfach sicherer“, sagt er. Eine Entscheidung, die angesichts der Fluten, die am Morgen des Freitags über die Eifel hereinbrachen, die richtige war. „Nach zwei Stunden konnten wir aber gegen halb sieben Entwarnung geben“, sagt der Jugendleiter. Soweit es ging kehrte man zum traditionellen Programm zurück.

„Der Freitag ist meist unverplant. Die Jugendlichen können sich dann selber aussuchen, was sie machen wollen“, sagt er. Man schlage einige Ziele vor, die Nachwuchsretter suchten sich dann aus, was sie machen möchten. Auch der Eifelzoo stand auf der Liste der Vorschläge, wer sich dafür entschieden hatte, musste aber umplanen: Das Unwetter am Freitagmorgen hatte große Teile des Tierparks überspült (der TV berichtete). „Wie gesagt, bei uns ist dann aber nichts Schlimmeres passiert“, sagt Stoffel. Samstags habe der sportliche Wettkampf, bei dem die Jugendlichen ihr technisches Geschick zeigen können und sollen, planmäßig ablaufen können. „Die Aufgabe orientiert sich immer ein bisschen an der Region, in der das Lager aufgebaut wird. Weil wir auf dem Ausstellungsgelände zelteten, haben wir uns als Motto die Grenzlandschau ausgesucht“, sagt Stoffel. Das Szenario ist dabei passend zur breiten Altersgruppe der THW-Jugend entworfen worden (siehe Info). Keine Katastrophe wurde dabei geübt, sondern das technische Geschick geprüft. „Wir gingen davon aus, dass bei einer Grenzlandschau ein Melkwettbewerb abgehalten wird, aber nicht genug Kühe vor Ort sind. Die Aufgabe für die Jugendlichen sah dann so aus, dass sie quasi künstliche Kühe bauen sollten, die aber natürlich auch melkbar sein mussten“, sagt Stoffel. Die Teilnehmer hätten dabei alles gegeben. „Als bestes Team ging dabei die Ortsgruppe aus Hermeskeil aus dem Wettkampf hervor“, sagt Markus Haier, Leiter der THW-Regionalstelle in Trier. „Wir sind für insgesamt neun Ortsverbände zuständig. Cochem-Zell, Prüm, Saarburg und Hermeskeil nahmen davon am Zeltlager teil. Dass der Landessieger aus unserer Region kommt, ist natürlich toll. Die Hermeskeiler werden so ganz Rheinland-Pfalz nächstes Jahr beim Bundeswettbewerb im thüringischen Rudolstadt vertreten.“ Und welchen Eindruck haben die Jugendlichen bei der diesjährigen Schirmherrin und Prüms Stadtbürgermeisterin hinterlassen? „Ich war von der Veranstaltung begeistert“, sagt Mathilde Weinandy. „So viele junge Menschen, die so diszipliniert zusammenarbeiten und mitgemacht haben, beeindruckten mich sehr.“