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Treue Patienten, schöne Landschaft

 Es muss etwas passieren: Gerald Gass vom Gesundheitsministerium (Mitte) schildert Moderatorin Beatrix Reiss und Torsten Erb von der Kassenärztlichen Vereinigung seine Meinung zum Ärztemangel.TV-Foto: Marcus Hormes
Es muss etwas passieren: Gerald Gass vom Gesundheitsministerium (Mitte) schildert Moderatorin Beatrix Reiss und Torsten Erb von der Kassenärztlichen Vereinigung seine Meinung zum Ärztemangel.TV-Foto: Marcus Hormes
SCHÖNECKEN. (cus) Das Image verbessern und die Arbeit erleichtern: So sollen angehende Ärzte in die Eifel gelockt werden. Experten und Bürger diskutierten bei einer SWR-Fernsehsendung in Schönecken.

Nach dem Forum des Trierischen Volksfreunds am 28. Februar in Winterspelt befasste sich auch das Fernsehen mit dem Thema Ärztemangel. "Reiss & Leute" sendete im dritten Programm des SWR live vom Parkplatz beim Alten Amt in Schönecken, wo 60 Bürger vorbeischauten. "Junge Ärzte wissen nicht, wie schön es auf dem Land ist. Hier gibt es einen treuen Patientenstamm und niedrige Lebenshaltungskosten", sagte Dr. Erdal Dogan aus Schönecken, der erst nach drei Jahren Suche einen Nachfolger für seine Praxis gefunden hat "Wir haben ein Problem mit der Verteilung der vorhanden Ärzte", räumte Dr. Gerald Gass vom Gesundheitsministerium in Mainz ein. Für Absolventen eines Medizinstudiums gebe es heute ein breites Berufsspektrum. Speziell der ländliche Raum sei für viele Akademiker nicht so attraktiv. Hinzu komme die hohe Arbeitsbelastung eines Landarzts mit vielen Patienten und langen Strecken. "Die Vergütung spiegelt das wirtschaftliche Risiko nicht wider", sagte Professor Frieder Hessenauer, Präsident der Landesärztekammer. Von einer Honorar-Umschichtung innerhalb der Ärzteschaft hielt Torsten Erb von der Kassenärztlichen Vereinigung nichts: "In einem System, das zu 30 Prozent unterfinanziert ist, muss man sich sehr gut überlegen, wohin man Geld verteilt." Hausarzt Robert Krone forderte Bedarfspläne für kleinere Regionen statt wie bisher für Landkreise. Bereitschaftsdienst-Zentralen könnten helfen, die Arbeitsbelastung zu senken. Winterspelts Ortsbürgermeister Hubert Tautges erinnerte an die Initiative von 16 Amtskollegen aus Schneifel und Islek: "Alle Verantwortlichen müssen an einer dauerhaften Lösung arbeiten."