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Trierer Bischof: Jeder sollte eine zweite Chance bekommen

Bischof Stephan Ackermann zelebriert das Pontifikalamt zum Gedenktag für Don Bosco in Jünkerath. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Bischof Stephan Ackermann zelebriert das Pontifikalamt zum Gedenktag für Don Bosco in Jünkerath. TV-Foto: Vladi Nowakowski FOTO: Vladi Nowakowski (now) ("TV-Upload Nowakowski"
Jünkerath. Zum Gedenktag des italienischen Priesters Giovanni Bosco, dem 1929 heiliggesprochenen Begründer der Salesianer, hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann das Pontifikalamt in der Jünkerather Don-Bosco-Einrichtung zelebriert. In seiner Predigt, die 200 Gläubige besuchten, betont er die Verwantwortung der Christen in Politik und Gesellschaft.

Jünkerath. Am 31. Januar 1888 starb Don Giovanni Bosco. Er hinterließ eine Idee, die vor genau einhundert Jahren auch in Deutschland an Einfluss gewann: Die von ihm ins Leben gerufene religiöse Vereinigung der Salensianer und später auch Töchter Mariens (auch Don-Bosco-Schwestern genannt) machten es sich zur Aufgabe, für die Erziehung verarmter und benachteiligter Jugendlicher zu sorgen. "Zeit für junge Menschen aufzuwenden ist ein ganz wichtiger Auftrag", sagt Pater Paul Thörner, Direktor des Don-Bosco-Hauses Jünkerath zu Beginn der Messe. "Der Besuch unseres Bischofs Stephan Ackermann ist ein Signal in schwierigen Zeiten."
Rund 200 Gläubige drängen sich in der kleinen Herz-Jesu-Kirche am Sonntagmorgen, um den Bischof zu hören, der in seiner Predigt nachdenkliche Worte findet.
Herausforderung an die Gläubigen


Es sei eine Zeit des Umbruchs, sagt Ackermann, die eine Herausforderung an das Leben der Gläubigen und auch an die Kirche sei. "Umso dringender ist es, an den Ursprung des Glaubens zu erinnern, den wir gemeinsam teilen - die Freude an dem Geschenk des Glaubens." Ackermann zitiert einen Ausspruch von Ignatius, dem Bischof von Antiocha (Zweites Jahrhundert nach Christus), das im heutigen Syrien liegt: "Christentum ist keine Sache der Überredung, sondern eine Sache der Größe", soll Ignatius gesagt haben. "Und daraus ergibt sich eine Verantwortung", fährt der Bischof fort, "von der ich glaube, dass auch die politischen Entscheidungsträger auf der gesamten Welt sie spüren."
Es dürfe niemand zurückgelassen werden, sagt Ackermann. "Auch in unserer auf Leistung getrimmten Gesellschaft muss ein jeder eine zweite Chance bekommen."
Für genau diesen Gedanken stünden in der Tradition des Don Bosco die Salesianer ein.
Der von Pater Paul Thörner und dem Einrichtungsleiter Pater Helmut Zens ausgesprochenen Einladung zum feierlichen Pontifikalamt und der anschließenden Begegnung bei Kaffee und Kuchen folgten viele Freunde und Förderer des Don-Bosco-Hauses in Jünkerath. now