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"Und der Mäx war auch dabei!"

Vorhang auf für die neue Kita Stadtkyll: einige der fleißigen Kinder mit ihrem „künstlerischen Leiter“ Max Ströder (in der Mitte). TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Vorhang auf für die neue Kita Stadtkyll: einige der fleißigen Kinder mit ihrem „künstlerischen Leiter“ Max Ströder (in der Mitte). TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Nach 15 Jahren erhält die Kinder-Tagesstätte Stadtkyll eine Runderneuerung. Dabei durften auch die Kleinen ran, angeleitet vom Stadtkyller Maler Max Ströder, der über den Handel zum inoffiziellen Miterzieher, Hausmeister und laut Chefin Annemie Müller zum "zweiten Quotenmann" nach Pastor Siegfried May wurde.

Stadtkyll. (fpl) "Und der Mäx war auch noch dabei!", ruft der sechsjährige Christian aus der zweiten Kinder-Reihe beim Fototermin für den Trierischen Volksfreund. Stimmt - die Schützlinge der Tagesstätte haben nämlich nicht allein dafür gesorgt, dass ihr Heim mittlerweile so frisch und fein aussieht. Das Konzept lieferte der Stadtkyller Künstler Max Ströder, seit etwa einem Jahr eingespannt für die Umgestaltung der Räume und die Pflege der Außenanlage.Er ließ zum Beispiel die Hort-Kinder kleine Werke schaffen, die nun in vier Reihen im Kita-Flur zu bestaunen sind. "Unsere Kunstwand", sagt Chefin Annemie Müller. "Die Hortkinder haben mit ihm auch das Kita-Emblem gemacht." Es hängt jetzt im Eingang.An anderen Wänden schlängeln sich Lichtschläuche, und im oberen Halbgeschoss hat Ströder sogar eine kleine Hommage an US-Amerikaner Keith Haring untergebracht: Eine Reihe von hüpfenden Figuren erinnert an den verstorbenen New Yorker Künstler.Komplett neu gestaltet wurde der Rollenspielraum: Der sei in den vergangenen Jahren von den Kindern nicht mehr so recht angenommen worden. Das ist jetzt anders. Kein Wunder, bei der kräftigen Farbe, dem Theatervorhang und der Märchenlandschaft, die sich dahinter abzeichnet.Erneuerung auch dank großzügiger Spenderin

Die Neugestaltung, berichtet Annemie Müller, basiere auf den Ideen aller Beteiligten - Kinder, "Hausmeister" Ströder und Erzieherinnen. Bei der Finanzierung habe eine großzügige Spende von Martha Kettel geholfen. Und draußen, beim Aufbau neuer Häuschen und Spielgeräte, packten einige Väter mit an.Kurz: ein Gemeinschaftsprojekt. Dauer bisher: "Sechs Monate", sagt Robin Baumgarten (fünf Jahre alt). Und das habe großen Spaß gemacht, bestätigen alle. Obwohl sie, wie Maurice Schneider (fünf Jahre) berichtet, erst die alte Tapete hätten abmachen und auch messen müssen.Der Hauptzweck: den Kindern den Aufenthalt so angenehm und anregend wie möglich zu machen. "Die Umgebung erzieht ein Kind mit", sagt Annemie Müller. In den Kita-Räumen werde auch Sozialverhalten eingeübt, und das sei nicht zuletzt bei auffälligen Kindern eine besonders wichtige Aufgabe.Aufregend war es übrigens auch. In erster Linie allerdings für den Künstler: Max Ströder gibt zu, dass ihm bei den gelegentlichen Farbschlachten die längst verschwundenen Haare zu Berge gestanden hätten.