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Viele Rätsel auch nach 100 Jahren

Dieses Bild aus der Zeit um 1950 zeigt einen mit einer Dampflok bespannten Güterzug im Bahnhof Blankenheim (Wald). Foto: Archiv/Sammlung Hejo Mies
Dieses Bild aus der Zeit um 1950 zeigt einen mit einer Dampflok bespannten Güterzug im Bahnhof Blankenheim (Wald). Foto: Archiv/Sammlung Hejo Mies
Jünkerath/Blankenheim. Ihren 100. Geburtstag hätte die Bahnstrecke von Ahrdorf nach Blankenheim (Wald) in diesem Jahr gefeiert. Doch nach nicht einmal 50 Jahren wurde sie 1961 stillgelegt. In einem Vortrag im Bahnhof Jünkerath am Samstag, 10. August, erinnern die Eisenbahnfreunde Jünkerath an die Geschichte der Bahn.

Jünkerath/Blankenheim. Keine 50 Jahre lang fuhren Züge auf der 25 Kilometer langen Trasse zwischen Ahrdorf und Blankenheim-Wald. "Das ist ja kein Alter für eine Bahnstrecke", sagt Manfred Jehnen von den Eisenbahnfreunden Jünkerath.
Doch die kurze Betriebszeit ist nicht die einzige Besonderheit, die Jehnen zusammengetragen hat und in seinem Vortrag am Samstag, 10. August, 17 Uhr im Bahnhof in Jünkerath vorstellen wird. Die am 1. Mai 1913 eröffnete Strecke gehört zu den letzten in der Eifel, die fertiggestellt worden sind - in diesem Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden. Doch noch immer gibt sie Rätsel auf. Denn aus heutiger Sicht ist kaum nachvollziehbar, warum die Trasse überhaupt gebaut worden ist. In den Quellen werden zumeist militärische Gründe angeführt, doch so ganz zu verstehen ist es nicht. Denn sie wurde beispielsweise nur eingleisig gebaut, so dass ein Begegnungsverkehr nicht möglich ist, was die Kapazität deutlich reduziert. "Die Strecke hat sich nie rentiert", sagt Jehnen. Dabei wurde sie zu Beginn relativ stark befahren, sieben Zugpaare waren im Einsatz und haben an den sieben Bahnhöfen entlang der Strecke gehalten. Doch nach dem Ersten Weltkrieg war es mit dieser Auslastung vorbei, erst der Bau des Westwalls ab 1936 brachte einen kurzen Aufschwung.
Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Ahrtalstrecke zwar wiederaufgebaut - unter anderem der große Viadukt bei Freilingen - doch schon zum 1. März 1961 wurde sie wieder stillgelegt. Mittlerweile verläuft ein Radweg auf großen Teilen über die ehemalige Trasse und auch über den Viadukt. Lediglich die drei Tunnel sind mittlerweile verschlossen und können nicht genutzt werden.
Jehnen hat auch eine persönliche Beziehung zu der Strecke: Sein Großvater war einst ein sogenannter Streckenläufer. Dessen Aufgabe war es, die Trasse abzugehen und sicherzustellen, dass die Gleise in Ordnung sind.
Im Anschluss an den Vortrag findet das Sommerfest der Eisenbahnfreunde rund um den Bahnhof statt. Dabei unterhält die Band Kurzschluss mit Musik aus den späten 1960er bis frühen 1980er Jahren. Die Anfänge der Gruppe liegen in einer Schulband des Gymnasiums Gerolstein aus dem Jahr 1978.
Mit der Bahnstrecke befasst sich noch bis zum 3. November eine Ausstellung im Eifelmuseum in Blankenheim, von den ersten Planungen in den 1880er Jahren bis zur Stilllegung. Einige der zahlreichen Exponate haben die Eisenbahnfreunde aus ihrem kleinen Eisenbahnmuseum in Jünkerath beigesteuert. ch
Das Eifelmuseum ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen einen Euro Eintritt, Kinder 50 Cent.

Arbeiter bauen im Jahr 1911 den Ahrdorfer Tunnel. Zwei Jahre später wird die Strecke eröffnet.Foto: Archiv/Sammlung Heinz Regnery
Arbeiter bauen im Jahr 1911 den Ahrdorfer Tunnel. Zwei Jahre später wird die Strecke eröffnet.Foto: Archiv/Sammlung Heinz Regnery