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Bildung
Stets auf der Suche nach frischen Ideen

Seit 2013 ist Hedwig Serwas die pädagogische Leiterin der Volkshochschule Prüm.
Seit 2013 ist Hedwig Serwas die pädagogische Leiterin der Volkshochschule Prüm. FOTO: Frank Auffenberg
Prüm . Die Volkshochschule Prüm blickt auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurück. Das Programm für das neue Jahr steht bereits. Man ist aber auch weiter offen für Kurs-Vorschläge. Von Frank Auffenberg

Die ersten Deutschkurse sind bereits angelaufen, und auch das Yoga-Programm der Volkshochschule (VHS) Prüm hat begonnen – das neue Unterrichtsjahr nimmt Fahrt auf. Aktuell werden 198 Kurse angeboten. „Wir sind wieder ganz gut aufgestellt, es können aber im Laufe des Jahres noch hier und da ein paar dazukommen“, sagt Hedwig Serwas, pädagogische Leiterin der VHS.

Zusammen mit der Geschäftsführerin Monika Kops schmeißt sie seit Dezember 2013 neben ihrer Stelle als Lehrerin am Vinzenz-von-Paul-Gymnasium den Laden. Unterstützt werden die Frauen von Wilma Kirst, die auch Monika Kops vertritt und sich besonders ums Thema Integration kümmert. Zusammen kommen sie nicht ganz auf eine volle Stelle, leisten dafür aber erstaunliche Arbeit. Als Hedwig Serwas im Frühjahr dem Rat der Verbandsgemeinde Prüm den Geschäftsbericht für 2017 vorstellte, zeigten sich die Fraktionsvertreter sehr zufrieden (der TV berichtete).

„6081 Unterrichtsstunden wurden 2017 von 2952 Kursteilnehmern besucht. Für eine kleine VHS ist das schon eine ganze Menge“, sagt Hedwig Serwas. Besonders der Anstieg um 970 Stunden zum Vorjahr 2016 falle ins Auge (siehe Info).

„Das Ergebnis 2017 ist allerdings ein direktes Resultat der Flüchtlingswelle, die dafür sorgte, dass Ende 2015 und Anfang 2016 gleich drei Integrationskurse in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingerichtet wurden“, sagt sie. Die seien sehr zeitintensiv, was sich in der Statistik wiederum niederschlägt.

Der kommende Geschäftsbericht werde für das nun angelaufene Schuljahr wohl entsprechend weniger Unterrichtsstunden aufführen, doch auch ohne die Integrationskurse sei wieder mit einem guten Ergebnis zu rechnen. Man habe wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, „aus Dauerbrennern und neuen Angeboten“, sagt Hedwig Serwas.

„Für eine kleine Volkshochschule können wir mit einem ziemlich breiten Programm aufwarten“, sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, in deren Trägerschaft die VHS steht. Darauf könne man tatsächlich stolz sein.

Doch wie kommt so ein VHS-Programm eigentlich zustande? „Das ist eine gute Frage. Im Grunde ist es ein Mix aus Bewährtem und Neuen. Erst mal setze ich mich natürlich mit meinen Kolleginnen zusammen. Wir schauen dann, was angeboten werden muss, und überlegen, was man versuchen könnte. Ein nicht unbeträchtlicher Teil wird durch Kursleiter, aber auch durch Leute von außerhalb an uns herangetragen“, sagt Serwas. Man probiere dann gerne aus, ob Vorschläge auch Anklang finden.

So sei in der größten Sparte des Programms, den Sprachen, nicht nur Althergebrachtes und Etabliertes wie Englisch, Französisch oder auch Niederländisch zu finden, immer wieder gebe es auch hier frische Ideen. „Zum Beispiel beginnt in wenigen Tagen ein Kurs ‚Chinesisch für Anfänger’. Wir haben einen tollen Chinesisch-Dozenten gefunden und hoffen, dass der Kurs auch zustande kommt“, sagt sie. Denn egal, wie ausgefallen oder zukunftsweisend ein Angebot auch sein mag: Fehlt es an Anmeldungen, muss der Kurs abgesagt werden. „In der Regel brauchen wir acht Teilnehmer“, sagt Serwas.

Definitiv einschätzen, ob etwas funktioniert oder nicht, könne man vorher aber nicht. „Die größten Überraschungen sind immer wieder wohl im Bereich der Entspannungskurse zu finden.“ Eine Teilnehmerin der Yoga-Kurse habe dazu angeregt, das doch einmal mit Klangschalen-Entspannungstechniken zu kombinieren. „Auf die Idee wären wir selber wohl nicht gekommen. Ich wusste nicht, ob das klappt, aber zu unserer Überraschung lief es sofort richtig gut.“
Generell sei man immer offen für Kursvorschläge. „Wer eine kreative, gute Idee hat, kann sich einfach bei uns melden“, sagt die VHS-Leiterin. Allerdings müsse sie häufig kommerzielle Interessen im Blick behalten. „Gerade im Entspannungs- und Gesundheitsbereich ist zwar mancher Vorschlag interessant, läuft aber zu sehr auf ein Verkaufsinteresse hinaus. Da muss ich dann leider immer enttäuschen und auf unseren Bildungsauftrag verweisen.“

Besonders freuen würde sich Hedwig Serwas über mehr Ideen für die Unterrichtssparte Politik, Gesellschaft und Umwelt. „In dem Bereich wurde im vorigen Jahr nur ein Kurs angeboten, der sich mit dem Thema Rechtliche Betreuung und Bevollmächtigte befasste“, sagt sie. Da sei noch deutlich mehr Luft nach oben.

Das Angebot der VHS Prüm im Internet: www.vhs-pruem.de