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Wetter
Winterwetter: Die Lage ist ernst, aber entspannt

Dieser Sattelzug verkantete sich beim Abbiegen zwischen Kehr und Scheid. Es ging nichts mehr, die Meisterei musste die Straße bis zur Bergung durch eine Spezialfirma sperren.
Dieser Sattelzug verkantete sich beim Abbiegen zwischen Kehr und Scheid. Es ging nichts mehr, die Meisterei musste die Straße bis zur Bergung durch eine Spezialfirma sperren. FOTO: Fritz-Peter Linden / TV
Prüm. Die Straßenmeistereien in der Eifel haben schon einige hundert Tonnen Salz gefahren. Und ordern Nachschub. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Die erste, richtig heftige Schneewoche in der Eifel ist vorüber. Und da sind wir schon bei einem Problem: Es war eben nicht immer nur Schnee, der allen zu schaffen machte, die sich vor die Haustür begeben mussten.

Sondern eben immer wieder auch Regen. Der entweder alles in schlierigen Matsch verwandelte oder zu gefährlichem Eis gefror. Und es gab Gewitter. Mit starken Winden. Da kam also allerhand zusammen. Und wie das so bei Gewittern manchmal ist: An der einen Stelle kommt unheimlich viel runter, ein paar Kilometer weiter aber fast nichts.

Anruf bei der Straßenmeisterei Prüm am Freitagmittag: Wie ist die Lage? „Alles überschaubar“, sagt Meistereichef Karl-Heinz Rach. Nach den neuen Schneefällen vom Morgen entspanne sich die Situation gerade wieder: Die meisten Straßen seien frei, wenn auch in den Hochlagen noch einiges nachgearbeitet werden müsse. Während im Raum Gerolstein fast nur Regen gefallen sei.

Es sei schlicht „nicht überall gleichmäßig verteilt“, was vom Himmel komme. Die Straßenmeistereien Prüm, Gerolstein und Arzfeld fahren seit Tagen fast rund um die Uhr – mit insgesamt 26 Schneepflügen, hinzu kommen die ebenfalls eingespannten Fremdunternehmer. Bis jetzt habe man bereits mehrere hundert Tonnen Salz auf die Straßen gebracht.

Und muss ständig nachfahren, denn im Moment, sagt Rach, herrsche „giftiges Wetter“. Was auch daran liege, das der Schnee sehr nass sei: „Wenn Sie den in die Hand nehmen und drücken, dann sehen Sie, wie viel Wasseranteil der hat.“ Das verursache dann entweder fiesen Matsch und wirke „wie Schmierseife“. Oder aber, wenn die Temperatur sinke, gefriere. Dann wird’s noch gefährlicher.

Prompt bleiben dann auf der B 51, in der Steigung vor Reuth, wieder die Lastwagen hängen. Weil immer noch Fahrer auf Sommerreifen unterwegs sind – oder, sagt Rach, nichts geladen hätten, deshalb leichter seien und ebenfalls Probleme bekämen. Die hatte auch der Sattelzug, der am späten Donnerstagnachmittag zwischen Kehr und Scheid im Oberen Kylltal hängenblieb: Der Lastwagen verkantete sich beim Abbiegen auf die Bundesstraße 421 und kam nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Die Meisterei sperrte alles ab – bis ein Spezialunternehmen den Sattelzug freigeschleppt hatte.

Und beim nächsten Niederschlag fahren sie wieder raus und streuen nach. Bisher gelingt das, auch weil die Lager gefüllt sind. Allerdings bestelle man zügig nach, damit das auch so bleibe, sagt Karl-Heinz Rach.

Am Feitag bleibt es bis in den Nachmittag relativ entspannt: Keine wetterbedingten Unfälle, heißt es bei der Polizei Prüm. Es wird wohl nicht so bleiben.

Am Wochenende geht der Dienst für die Meisterei-Mitarbeiter selbstverständlich weiter: Neue Schneefälle sind bereits vorhergesagt. Erst in der neuen Woche könnten die Temperaturen wieder steigen, So die aktuellen Vorhersagen. Aber eine Garantie hat man dafür nicht.