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Blaulicht
Brand in Prüm: Feuerwehr rettet Bewohner ins Freie (Fotos/Video)

Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße.
Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. In der Prümer Gartenstraße hat am späten Samstagabend ein Mehrfamilienhaus gebrannt. Zehn Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Auch ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Schwieriger Großeinsatz für die Rettungskräfte: In der Prümer Gartenstraße, zwei Katzensprünge vom Hahnplatz entfernt, ist am späten Samstagabend in einem Wohnhaus ein Feuer ausgebrochen. Gegen 23.15 Uhr, sagt Alexander Thiel, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Prüm, hätten Anwohner die Einsatzkräfte alarmiert: Flammen schlugen aus den Fenstern in der ersten Etage, dicke Rauchsäulen stiegen auf.

Wohnhausbrand in Prüm FOTO: Fritz-Peter Linden

Kurz darauf heulten Martinshörner durch die Stadt: Die Wehren aus Prüm, Niederprüm und Weinsheim trafen wenige Minuten nach der Alarmierung am Brandort ein und begannen mit den Lösch- und Rettungsarbeiten.

Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße.
Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße. FOTO: Fritz-Peter Linden

Das Wichtigste: Zehn Menschen, darunter zwei Kinder, befanden sich in dem Gebäude mit sechs Wohneinheiten auf drei Etagen. Einige von ihnen riefen aus den Fenstern um Hilfe. Vier der Bewohner, darunter die beiden Kinder – und den Hund der Familie – retteten die Wehrleute in kürzester Zeit über die Drehleiter ins Freie, die anderen brachten sich selbst aus der Gefahr.

Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße.
Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße. FOTO: Fritz-Peter Linden

Die DRK-Helfer aus Prüm, Arzfeld und Winterspelt kümmerten sich um die Bewohner und brachten anschließend alle ins Krankenhaus Prüm – „mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung“, sagte Oswald Benzel, der DRK-Organisationsleiter, zum TV.

Gegen Mitternacht hatten die Wehrleute das Feuer gelöscht und machten sich daran, die verbrannte und verschmorte Einrichtung nach draußen zu bugsieren. Der Einsatz, vor allem die Rettung der Hausbewohner, sagte Kreisfeuerwehr-Inspekteur Jürgen Larisch, sei reibungslos verlaufen – „trotz der beengten Straßenverhältnisse“. Allerdings zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen zu.

Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße.
Brand am Samstagabend: Der Einsatzort in der Prümer Gartenstraße. FOTO: Fritz-Peter Linden

Warum das Feuer ausbrach, steht noch nicht fest. Die Kriminalpolizei ermittelt. Auch die Höhe des Sachschadens war zunächst nicht abschätzbar, laut Polizei Prüm dürfte sie aber „erheblich“ sein.

Die Bewohner, für den Rest der Brandnacht bei Nachbarn untergekommen, müssen sich vorerst eine andere Bleibe suchen: Das Haus, teilt die Inspektion Prüm am Sonntag mit, sei unbewohnbar.

Im Einsatz waren 40 Feuerwehrleute, zehn DRK-Kräfte, der Bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei Trier und die Beamten der Inspektion Prüm. Die Prümer Wehr ist im laufenden Jahr bisher besonders gefordert: Für die Kräfte um Wehrführer Lothar Bormann ist der Hausbrand von Samstag schon ihr 63. Einsatz in dreieinhalb Monaten.

Zugleich ist er bereits der zweite dramatische Vorfall in der Prümer Gartenstraße in nur zehn Monaten: Im vergangenen Juli stürmten dort Spezialkräfte der Landespolizei ein Haus direkt in der Nachbarschaft (der TV berichtete). Damals hatte sich ein 52-jähriger Mieter bei der Rettungsleitstelle in Trier gemeldet und mit einem Amoklauf gedroht. Die Einsatzkräfte holten den stark angetrunkenen Mann aus dem Gebäude, er hatte sich ohne Widerstand festnehmen lassen.