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Zug um Zug zum neuen Bahnhof Jünkerath

Jünkerath. Rund sechs Millionen Euro investieren Deutsche Bahn, das Land Rheinland-Pfalz und die Gemeinde Jünkerath in den Umbau der Bahnsteige und ihrer Zugänge in Jünkerath. In einem zweiten Schritt will die Gemeinde die Park+Ride-Anlagen modernisieren und erweitern. Vladi Nowakowski

Jünkerath. Spätestens ab 9 Uhr morgens sind die Park + Ride-Plätze in der Bahnhofsstraße in Jünkerath Mangelware. Auch auf den Anwohnerparkplätzen stehen Autos, die mit ihren Bitburger oder Euskirchener Kennzeichen offensichtlich nicht dorthin gehören. Die 15 Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs, in der Gewerkschaftsstraße, sind schon seit Tagesanbruch belegt. "Das zeigt, wie wichtig der Bahnhof Jünkerath als Einstiegspunkt auch für die umliegenden Gemeinden und Verbandsgemeinden ist", sagt Ortsbürgermeister Rainer Helfen. Nun, da nach einer mehrjährigen Planungs- und Vorbereitungsphase der Termin für den Beginn des millionenschweren Umbaus der Gleisanlagen und Bahnsteige feststeht, ist auch der Zeitpunkt gekommen, das Umfeld des Bahnhofs genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Arbeiten sollen im Juni 2015 beginnen.
Durch die neue Unterführung, die als Zugang zu den Bahnsteigen dient, werden einige Parkplätze in der Bahnhofsstraße verloren gehen. Andererseits ergab eine aktuelle Zählung Anfang Dezember einen Mehrbedarf an Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge. "Es sind insgesamt 96 Parkplätze vorhanden, benötigt werden 137", sagt Helfen. Die Ortsgemeinde beabsichtigt, erst nach der Modernisierung der Gleisanlagen, die exakt 56 Wochen dauern soll, mit dem Ausbau der Park + Ride-Plätze im Jahre 2016 zu beginnen. "Laut der bisherigen Planung sind 128 Parkplätze vorgesehen", rechnet Helfen vor: "In der Gewerkschaftsstraße soll die aktuelle Anzahl der Plätze von jetzt 15 auf insgesamt 63 erweitert, in der Bahnhofstraße sollen in Zukunft 65 Parkmöglichkeiten vorhanden sein."
Die Kosten des Umbaus beider Flächen wurden mit 569 000 Euro kalkuliert, 420 000 Euro davon trägt das Land - nach der bisherigen Rechnung muss die Gemeinde Jünkerath also 149 000 Euro selbst übernehmen. "Doch da wir erst 2016 beginnen, bleibt Zeit, das Gesamtpaket noch einmal auf eine Reduzierung der Kosten zu überprüfen", sagt Helfen. Hinzu kommt eine Neuregelung der Fördermöglichkeiten in Rheinland-Pfalz: Seit Beginn dieses Jahres werden öffentliche Parkplätze stärker bezuschusst. Voraussetzung sei eine Ermittlung des Bedarfs mittels einer Befragung und der Nachweis, dass die Stellplätze dem Allgemeinwohl dienten, erklärt Helfen. "Deshalb haben wir einen neuen Antrag gestellt und legen dem Landesbetrieb Mobilität in Koblenz die aktuellen Daten unserer Befragung vor." Es sei ohne weiteres möglich, dass die Gemeinde nach der Neubewertung der Pläne Kosten sparen könnte.
Und noch eine weitere Hoffnung keimt auf: "Die Bahn zählt am Bahnhof Jünkerath 762 Ein- und Aussteiger täglich. Mehr Parkplätze und die Modernisierung der Bahnsteige, die nach dem Umbau auch barrierefrei zugänglich sein werden, und die Neugestaltung der Unterführung könnten der Bahn mehr Kunden bringen", glaubt Helfen. Der Bahnhof Jünkerath erfahre eine immense Aufwertung - die ihn zu einer Haltestelle der seit einem Jahr verkehrenden Sprinterzüge zwischen Köln und Trier machen könnte. "Bislang rauschen diese schnelleren Züge dreimal am Tag durch Jünkerath ohne anzuhalten", sagt Helfen.Extra

Dies sind die Ergebnisse der Zählung und Befragung der Bahnkunden am 2. Dezember zwischen 5 und 10 Uhr: 95 Prozent der Fahrgäste nutzen die Bahn ausschließlich zwischen Montag und Freitag, rund die Hälfte davon pendelt zur Arbeitsstelle, die anderen Reisenden sind Schüler und Auszubildende. 54 Personen kamen zu Fuß zum Bahnhof, zwei mit dem Fahrrad, vier sind Motorradfahrer, 32 kamen mit Bussen. 94 Pendler reisten mit dem PKW an - sie brachten zusätzliche 39 Personen mit (Fahrgemeinschaften). Alle 260 Befragten gaben an, dass ein Ausbau der Park + Ride-Plätze sinnvoll wäre. nowExtra

Der Umbauplan: Ab Januar schreibt die Bahn die Arbeiten an den Gleisanlagen in Jünkerath öffentlich aus. Das durchführende Ingenieurbüro ist die Infrakonsult IC in Mengerskirchen. Der Fahrplan ab Juni 2015 wird so abgestimmt, dass sämtliche Arbeiten bei laufendem Zugverkehr durchgeführt werden können. Die Gesamtkosten des Umbaus übernehmen die Deutsche Bahn (3,2 Millionen Euro), das Land Rheinland-Pfalz (1,3 Millionen Euro) und die Gemeinde Jünkerath (514 000 Euro). now