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Kultur
Das belgische Dutzend

Gut gelaunte Eröffnung: Künstler und Besucher an der Wartehalle in Welchenhausen.
Gut gelaunte Eröffnung: Künstler und Besucher an der Wartehalle in Welchenhausen. FOTO: Christof Tees
Lützkampen/Welchenhausen . Ausstellung läuft: In der Wartehalle Welchenhausen zeigen zwölf Künstler aus dem Nachbarland bis Juni und rund um die Uhr ihre Arbeiten.

Kleiner Raum, große Kreativität: Die Wartehalle Welchenhausen, weltweit wahrscheinlich winzigstes aller Kunstmuseen, hat ihre Frühjahrsausstellung eröffnet – mit Werken von zwölf Mitgliedern des Kunstforums Ostbelgien.

Die Künstler der 2002 gegründeten Gruppe, sagt Christof Thees, Vorsitzender des organisierenden Welchenhausener Museumsvereins, „suchen nicht nur den fachlichen Austausch untereinander, sondern in erster Linie den Dialog mit den Bürgern.“ Das Ziel: zeitgenössische Kunst auch Laien näherzubringen.

In Welchenhausen funktioniert das seit Jahren unter idealen Voraussetzungen: ein ganzjährig rund um die Uhr offener Ausstellungsraum (weil er ein Buswartehäuschen ist) und mit Absicht des Museumsvereins eben „nicht der großstädtische, elitäre Kunsttempel“, sagt Thees.

So kamen zur Vernissage auch mehr als 80 Gäste, „bei weitem nicht alle echte Kunstenthusiasten, die sich aber dennoch in lockerer Atmosphäre mit Kaffee und Kuchen mit moderner Kunst aus Ostbelgien auseinandersetzten“.

Und die zeigte sich vielgestaltig: Von Fotografie über Kunstdruck bis zu Aquarell und Ölmalerei, von abstrakt bis figurativ, von der Skulptur zur zusammengemischten „Assemblage“ sind alle gängigen Techniken vertreten. „Breit gefächert auch die Thematik der Arbeiten“, sagt Christof Thees: „Sucht Nadine Adams mit abstrakten organischen Formen die bildnerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, die Malerei als Verknüpfung von Natur, Geist und Seele, erzählt Jana Rusch, fasziniert vom aufregenden Großstadtleben, Geschichten über die Kraft, die Energie und die Dynamik des urbanen Raums. Während Norbert Huppertz mit Assemblagen aus weggeworfenem ,Unbrauchbaren und Unnützen’ Themen aus Politik und Umwelt bearbeitet, fokussiert Jean-Pierre Bredo die brisanten Probleme der Gegensätze seines Heimatlandes, der Union aus flämischen, wallonischen und deutschsprachigen Belgiern.“

Kurz: Die Werke vermitteln einen Eindruck der vielfältigen und aktiven Kunstszene einer Region mit lediglich rund 80 000 Einwohnern.

Die Ausstellung ist zu sehen bis Freitag, 22. Juni. Das Museum ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.