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Umwelt
Region plant Anlage zur Verbrennung von Klärschlamm

Klärschlamm wird ausgebracht bei Lissendorf in der eifel. Foto: klaus kimmling
Klärschlamm wird ausgebracht bei Lissendorf in der eifel. Foto: klaus kimmling FOTO: Klaus Kimmling / klaus kimmling
Trier. Bislang landet das Abfallprodukt oft als Dünger auf den Feldern. Künftig dürfen die Bauern wegen schärferer Gesetze weniger davon einsetzen. Deshalb muss eine Alternative her. Von Rolf Seydewitz

In der Region Trier soll in den nächsten Jahren eine Klärschlammverbrennungsanlage gebaut werden. Wo, steht noch nicht fest, im Gespräch sind nach Informationen unserer Zeitung aber unter anderem die Standorte Mertesdorf, Trier und Wittlich.

Derzeit werden die in der Region jährlich anfallenden rund 13 000 Tonnen Klärschlamm noch überwiegend von der Landwirtschaft verwertet. Der Schlamm ist wegen seines Gehalts an Phosphat, Nähr- und Stickstoffen ein beliebter Dünger. Und: Die Klärschlammverwertung bringt den Bauern sogar noch Geld.

Doch die gesetzlichen Vorgaben sind schärfer geworden. Es darf nicht mehr so viel Klärschlamm wie zuvor auf den Feldern ausgebracht werden; und die Zeiten, in denen die Ausbringung zulässig ist, wurden reduziert.

Nur zwei Gründe, warum sich die für die Abwasserentsorgung zuständigen kommunalen Werke nicht nur in der Region Trier nach Alternativen umsehen. In Mainz wird gerade eine Verbrennungsanlage gebaut, in der in Zukunft der Klärschlamm aus Mainz und den Kommunen im Umkreis von 100 Kilometern verbrannt werden soll. Eine solche sogenannte Monoverbrennungsanlage soll bis möglichst Mitte nächsten Jahrzehnts auch in der Region Trier gebaut werden. Die Entscheidung über den Standort soll nach Angaben von Harald Guggenmos „spätestens im Laufe des nächsten Jahres“ getroffen werden. Guggenmos ist Werkleiter der Verbandsgemeinde Schweich, die sich federführend um das Klärschlammprojekt kümmert. Doch die anderen Kommunen der Region seien mit im Boot, sagt der Werkleiter. Geplant ist, dass bis Ende des Jahres alle Abwasserbeseitiger der neu gegründeten Kommunalen Klärschlammverwertung Region Trier (KRT) beitreten, die dann in Zukunft für die Entsorgung der Schlämme verantwortlich ist.

Ein (kleiner werdender) Teil wird weiter an die Landwirtschaft gehen, der Rest in Verbrennungsanlagen verfeuert werden. Irgendwann, so das erklärte Ziel, soll die Region mit einer eigenen, etwa halb so großen Anlage wie in Mainz dabei sein.

„Wir wollen kommunale Mitbestimmung und zivile Preise für unsere Bürger“, antwortet der Schweicher Werkleiter Harald Guggenmos auf die Frage nach den Hintergründen für das jetzt angestrebte Verfahren.  Und: „Wir brauchen eine sichere Entsorgung für die nächsten 20, 30 Jahre.“ Nach seiner Schätzung werden sich die Entsorgungskosten pro Kubikmeter Abwasser von jetzt durchschnittlich 2,50 Euro „um fünf bis zehn Cent pro Kubikmeter“ erhöhen.

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