Region sitzt auf explosiver Altlast

Trier · Unerkannt und gefährlich: An zahlreichen Orten in der Region droht Gefahr durch alte Munition vor allem aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Mehr als 120 mögliche Fundorte von Kampfmitteln hat das rheinland-pfälzische Innenministerium vor rund 20 Jahren ermittelt. Gezielt gesucht worden ist dort bisher nicht.

(har) Zu ungenau. Das sind nach Auskunft der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier die Ortsangaben auf einer Liste möglicher Fundstellen von Munition und Munitionsteilen. Urheber der Liste ist das rheinland-pfälzische Innenministerium. Das hatte Ende der 80er Jahre in Archiven nach möglichen Fundorten von Munition und anderen explosiven Hinterlassenschaften der Weltkriege forschen lassen. Heraus kam eine Aufstellung mit mehr als 120 möglichen Fundorten im Grenzgebiet zu Luxemburg, Belgien und Frankreich.

Kurios: Das Ministerium hielt die Recherche-Ergebnisse seinerzeit offensichtlich für so brisant, dass Kopien der Liste damals nur in einer verschlüsselten Version an lokale Behörden versandt wurden. Kurz nach der Wiederentdeckung der im Mai 1920 explodierten Munitionsfabrik bei Hallschlag/Kehr (Landkreis Vulkaneifel) hatten interessierte Bürger die Liste entschlüsselt. Seit mehreren Jahren ist sie im Internet einsehbar.

Die für den Kampfmittelräumdienst zuständige ADD teilt auf Anfrage mit, dass die erwähnten möglichen Fundorte nicht „pro forma“ abgesucht werden, „da die Angaben nur in sehr vager Form, beispielsweise nur durch Nennung eines Orts, vorliegen.“ Dies trifft derweil nur teilweise zu. So lautet ein Eintrag für Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm), dass gegenüber dem Güterschuppen am Bahnhof in 1,50 bis zwei Meter Tiefe Munition liegen soll.

Ebenfalls aufgeführt in der Liste ist die Explosion eines Munitionsgüterzugs bei Birgel (Landkreis Vulkaneifel). Dort waren große Mengen Munition nach dem Krieg gefunden worden. Im Mai 2009 stieß dann ein Bagger bei Arbeiten an der Strecke wieder auf Munition. Angehörige des Kampfmittelräumdiensts bargen zwölf deutsche 8,8-Zentimeter-Sprenggranaten. Eine Sonderseite mit großer Grafik finden Sie morgen (Mittwoch) im Volksfreund).

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort