Arbeitsmarkt: Regionale Arbeitslosenquote auf historischem Tiefstand

Arbeitsmarkt : Regionale Arbeitslosenquote auf historischem Tiefstand

Die Arbeitslosigkeit ist im Sinkflug. Das hört sich gut an, führt aber auch zu Problemen. Eines davon: Die Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Die Arbeitsagentur will helfen.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Nach Berechnungen der Trierer Arbeitsagentur lag die Quote im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 3,2 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahresschnitt. In Personen ausgedrückt hatten danach durchschnittlich 9418 Frauen und Männer in der Region keinen Job. In Rheinland-Pfalz lag die Quote im Jahresdurchschnitt bei 4,4 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 25 Jahren.

Nach Angaben des Trierer Arbeitsagentur-Geschäftsführers Heribert Wilhelmi profitieren vom Rückgang der Arbeitslosigkeit nahezu alle Personengruppen – bis auf Frauen und Männern ohne Berufsabschluss. In dieser Gruppe haben in der Region Trier knapp 4500 Menschen keinen Job. Das ist deshalb ein Problem, weil nur bei etwa jeder fünften offenen Stelle keine Berufsausbildung verlangt wird. In der Region gab es im vergangenen Jahr im Schnitt knapp 4900 offene Stellen.

„Ohne entsprechende berufliche Qualifikation ist es immer schwieriger, den Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden“, sagt Agenturchef Wilhelmi. Deshalb soll in diesem Jahr besonders dieser Personenkreis unterstützt werden, sagt Vizechefin Stefanie Adam: „Die Strategie lautet qualifizieren, qualifizieren, qualifizieren, um die Betroffenen für den Arbeitsmarkt fit zu machen.“ Auch die rund 2370 Langzeitarbeitslosen sollen in diesem Jahr noch effizienter gefördert werden. Das neue sogenannte Teilhabechancengesetz erleichtere dies, sagt Wilhelmi.

In die gleiche Richtung zielt nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) auch die Arbeitsmarktpolitik des Landes. Ministerpräsidentin Malu Dreyer geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit wegen der guten wirtschaftlichen Situation und des demografischen Wandels weiter zurückgehen werde.

Die positive Einschätzung Dreyers deckt sich mit den Prognosen der regionalen Kammern. Die Betriebe blickten überwiegend optimistisch in die Zukunft, sagen Sprecher von Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer.

Foto: dpa-infografik/dpa-infografik GmbH

Sorgen bereitet den meisten Unternehmen allerdings der zunehmende Facharbeitermangel. Allein den hiesigen IHK-Mitgliedsbetrieben fehlen 3500 Arbeitskräfte. Im ohnehin ausgelasteten regionalen Handwerk macht sich der zunehmende Facharbeitermangel ebenfalls negativ bemerkbar. Laut Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf können Produktionskapazitäten nicht ausgeweitet und Auftragsüberhänge nicht abgebaut werden.