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125 Millionen Euro Schulden: Ist der Flughafen Hahn noch zu retten?

125 Millionen Euro Schulden: Ist der Flughafen Hahn noch zu retten?

Hahn im Sinkflug: Die Passagierzahl auf dem Hunsrück-Flughafen ist 2013 um vier Prozent zurückgegangen. Das Frachtaufkommen sank um 28 Prozent. Die Schulden des Airports belaufen sich auf über 100 Millionen Euro.

Jubel in Luxemburg: Zwei Millionen Passagiere flogen im vergangenen Jahr vom Flughafen Findel - neuer Rekord. Lange Gesichter dagegen auf dem Flughafen Hahn: Die Zahl der Passagiere auf dem Hunsrück-Airport ist 2013 weiter zurückgegangen, um 4,4 Prozent auf rund 2,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr - und um 32,5 Prozent verglichen mit dem Jahr 2007.

Eine Trendwende ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Denn die irische Fluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, ein Drittel ihrer Flüge im Sommer zu streichen, ein Passagier-Minus von 300.000 ist für dieses Jahr einkalkuliert. Nicht ausgeschlossen, dass Ryanair im kommenden Winter zusätzlich ein Drittel der noch angebotenen Strecken aus dem Programm nimmt. Auch die Fluggesellschaft SunExpress stellt im Sommer ihren wöchentlichen Flug ins türkische Antalya ein. Neue Fluggesellschaften für den Hahnd sind derzeit nicht in Sicht.

Zusammen mit dem jährlichen Passagierrückgang dürfte der Hahn Ende des Jahres bei etwa 2,2 Millionen Passagieren liegen. Bei der Fracht sieht es noch schlimmer aus: Um 28 Prozent ging das Aufkommen im vergangenen Jahr zurück.

Die Schulden des hochdefizitären Flughafens, an dem Rheinland-Pfalz mit 82,5 Prozent beteiligt ist, beliefen sich nach Informationen des rheinland-pfälzischen Steuerzahlerbundes vor einem Jahr auf rund 125 Millionen Euro. Trotz Darlehens des Landes in Höhe von rund 83 Millionen Euro bleibe der Schuldenberg bestehen, sagt Verbands-Geschäftsführer René Quante.

Steuere das Unternehmen nicht dagegen, gingen spätestens 2023 die Lichter am Hahn aus, heißt es beim Steuerzahlerbund. 18,2 Millionen Euro würde dann das Minus betragen. Außerdem droht dem Flughafen die Rückzahlung von staatlichen Zuschüssen, die die EU als illegale Beihilfen betrachtet.

Der Hahn hat ein Sanierungskonzept vorgelegt: weniger Dienstwagen, weniger Sponsoring, Abbau von 100 Stellen. Quante geht nicht weit genug. Er fordert, dass die derzeit noch 370 Hahn-Beschäftigten auf jährliche Lohnsteigerungen verzichten: Das spare Millionen und rette die Angestellten vor Arbeitslosigkeit.

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