14.000 Waffenbesitzer in der Region sind bald in zentraler Datei erfasst

14.000 Waffenbesitzer in der Region sind bald in zentraler Datei erfasst

Alle Daten und Besitzer von Waffen werden in Deutschland künftig zentral gespeichert. Während sich die Politik davon ein Mehr an Sicherheit verspricht, sagen Skeptiker: Die größte Gefahr geht von Besitzern illegaler Waffen aus.

Erfurt im April vor zehn Jahren: In einem Gymnasium erschießt ein 19-Jähriger 16 Schüler und sich selbst. Sieben Jahre später gibt es einen ähnlich brutalen Amoklauf in Winnenden: 16 Menschen sterben. Zwei Tragödien, die mit dazu beigetragen haben, dass es in Deutschland ab Januar ein zentrales Waffenregister geben wird. Bislang sind die Daten bei Städten und Kreisverwaltungen registriert - teils nur auf Karteikarten. Dank des neuen Registers soll künftig rasch abrufbar sein, wem die Waffe gehört. Auch mögliche Vorbesitzer, Händler und Hersteller werden erfasst - allerdings erst nach der zweiten Ausbaustufe in etwa zwei Jahren.

Der Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) bezeichnete das Waffenregister am Montag als wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Informationsaustauschs unter den Sicherheitsbehörden. "Wenn das System vollständig funktionsfähig ist, kann es der Polizei dabei helfen, bestimmte Lagen schneller und besser einzuschätzen", sagt Lewentz im Gespräch mit dem Volksfreund.

In Rheinland-Pfalz sind 452.500 Waffen und 93.000 Waffenbesitzer registriert, davon 14.000 in der Region Trier. Die meisten von ihnen sind Jäger oder gehören einem dem Deutschen Schützenbund (DSB) angegliederten Verein an. Deren Vize-Gebietsvorsitzender Karl Heinz Bechtel (Bernkastel-Kues) begrüßt das zentrale Waffenregister, fügt aber hinzu: Die Gefahr gehe nicht von den Sportschützen aus. "Wir sind kein Waffenbeschaffungsverein und haben faule Eier selbst ausgemustert", sagt Bechtel. Er meint, dass die größte Gefahr von den Besitzern illegaler Waffen ausgehe. "Die werden durch das neue Register nicht erfasst."

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnte mit Blick auf die geschätzt zehn Millionen illegalen Waffen in Deutschland vor zu hohen Erwartungen.

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