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21 Verdachtsfälle: Neue Tierseuche breitet sich im Land aus

21 Verdachtsfälle: Neue Tierseuche breitet sich im Land aus

Eine noch wenig erforschte Tierkrankheit, die bei Schafen, Ziegen und Rindern zu Fehlgeburten führt, grassiert nun auch in Rheinland-Pfalz. Derzeit gibt es 21 Verdachtsfälle, doch Experten fürchten, dass dies erst der Anfang ist.

(kah/dpa) Eine erst vor kurzem entdeckte Tierkrankheit entpuppt sich für landwirtschaftliche Betriebe als ernsthafte Bedrohung: Bereits in acht Bundesländern - darunter auch Rheinland-Pfalz - sind in 147 Betrieben Schafe, Ziegen und Rinder an dem sogenannten "Schmallenberg-Virus" erkrankt.

Während die infizierten Tiere selbst kaum Symptome zeigen, kommen ihre Jungen tot oder mit schwersten Missbildungen zur Welt. Nach Auskunft des Landesuntersuchungsamts ist das noch wenig erforschte Virus in Rheinland-Pfalz bisher bei sechs Tieren zweifelsfrei nachgewiesen worden.

Hinzu kommen 21 Verdachtsfälle aus 15 Betrieben, von denen einige in Eifel und Hunsrück liegen. Neben Schafen sind auch zwei Rinder betroffen. Für Menschen ist das Virus nach derzeitigem Wissensstand nicht gefährlich.

"Es ist leider absehbar, dass das erst der Anfang ist", sagt Achim Ginkel vom Untersuchungsamt. Denn die Krankheit offenbart sich meist erst, wenn die Jungtiere zur Welt kommen - und die Lammzeit dauert noch bis in den April an. Spannend werde es, wenn die Kühe kalben, sagt Ginkel, dessen Ansicht nach es nur eine Frage der Zeit ist, bis aus allen Teilen des Landes Verdachtsfälle gemeldet werden.

Einen Impfstoff gegen das Virus, den das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit im November erstmals in der sauerländischen Stadt Schmallenberg feststellte, gibt es noch nicht. Übertragen wird die Krankheit von Stechmücken.

Dennoch gibt es Hoffnung. Nach Erwartung des Tierseuchen-Experten Rolf Allmann wird sich das Virus mit der Zeit immer langsamer ausbreiten und sogar zurückgehen, weil die Muttertiere immun werden. Darauf deuteten Erfahrungen mit ähnlichen Viren hin, sagte Allmann.

Trächtige Tiere hätten zwar im Herbst das Virus an ungeborene Lämmer weitergegeben, danach aber Antikörper gebildet. Im nächsten Jahr werden diese immunen Muttertiere wieder gesunde Lämmer zur Welt bringen.