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24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Audi nach zwei Dritteln vorn (Fotos)

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Audi nach zwei Dritteln vorn (Fotos)

Nach etwas mehr als drei Vierteln der zu bewältigenden Distanz des 45. ADAC Zurich 24h-Rennens auf dem Nürburgring sind zwei Audi RL LMS das Maß aller Dinge.

24 Stunden Nürburgring 2017, Nürburgring-Nordschleife - Foto: Gruppe C Photography Foto: 24h Media
24 Stunden Nürburgring 2017, Nürburgring-Nordschleife - Foto: Gruppe C Photography Foto: 24h Media
24 Stunden Nürburgring 2017, Nürburgring-Nordschleife - Foto: Gruppe C Photography Foto: 24h Media
Porsche Cayman GT4 Clubsport (308), Teichmann Racing: Jurgen von Gartzen, Moritz Gusenbauer, Markus Oestreich, Moritz Oestreich Foto: 24h Media
24 Stunden Nürburgring 2017, Nürburgring-Nordschleife - Foto: Gruppe C Photography Foto: 24h Media

Der Supersportwagen mit den vier Ringen von Land Motorsport (Connor de Philippi, Christopher Mies, Markus Winkelhock, Kelvin van der Linde) führt nach knapp19 von 24 Stunden vor dem Schwesterfahrzeug vom Audi Team WRT und zwei BMW M6 GTR. Die Titelverteidiger des Kelberger Mercedes AMG GT3 Black Falcon Teams hatten sich als bestes Mercedes-Team zwischenzeitlich auf Rang sieben vorgearbeitet. Die beiden exotischen Glickenhaus-Rennen SCG 0003C sind dagegen - auch bauartbedingt - aus dem Kreis der nominellen Sieganwärter etwas zurück gefallen.

Obwohl der "Ring-Klassiker" vor rund 200.000 Fans auf den Naturtribünen und den Campingplätzen rund um die Strecke in diesem Jahr bisher von Wetter-Turbulenzen verschont geblieben ist, verlief die 24stündige Hatz durch die berüchtigte "Gründe Hölle" in der Eifel alles andere als ruhig oder programmierbar. "Es wird wieder ein Sprintrennen über die gesamte Distanz werden", hatte Audi-Routinier Frank Stippler uns schon vor dem Start am Samstag um 15.30 Uhr gesagt.

Und genau so kam es denn auch. Mit den dazu absehbaren Folgen. "Es gab für meinen Geschmack zu viele Unfälle. Es ist als ob nicht jeder begriffen hätte, dass dies ein 24h-Rennen ist. Eigentlich schade, denn es trifft immer wieder auch Unbeteiligte.", kritisierte "Stippis" Teamchef Ernst Moser (Phoenix) gegen Mitternacht, nachdem sein Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Kreis der nominellen Sieganwärter ausgeschieden war.

Auf den Punkt brachte es der Sohn des lange Zeit in Irrel in der Südeifel lebenden Ex-DTM-Champions Kurt Thiim, Nicki. Thiim Junior sitzt in diesem Jahr auf einem Aston Martin GT8 und befand während der Nacht gut gelaunt: "Es ist megalustig da draußen. Nordschleife bei Nacht, was, will man mehr? Manchmal muss man aber sogar aufpassen, weil der Rauch der Lagerfeuer die Sicht schon behindert. Wir fahren einfach im Kreis und machen unser Ding."

Einen sauberen Job machte in der Dunkelheit auch das Team im Ferrari 488 GT3 mit dem Eifeler Oliver Kainz. Nach einem Fahrerwechsel bekannte dessen Kollege Jochem Krumbach: "Bei uns ist alles okay, das Auto läuft fantastisch. Die Balance bereitete uns ein wenig Probleme, aber die haben wir wieder in den Griff bekommen." Nach etwas mehr als 15 Stunden lag der Kainz-Ferrari auf einem zu diesem Zeitpunkt nie erwarteten fünften Platz im Gesamtklassement.

Die beiden gelben Glickenhaus-Renner SCG003C, einer davon (#702) mit dem Bitburger Thomas Mutsch, sind mittlerweile aus dem Kreis der Top Ten gefallen. Bauartbedingt müssen die beiden Exoten den Umständen etwas zeitlichen Tribut zollen. "Das Auto läuft eigentlich ganz gut, aber wir haben ein paar Probleme mit dem Benzintank. Deshalb mussten wir früher an die Box kommen.", lautete das nächtliche Zwischenfazit von Mutschs Teamkollege Felipe Laser. Problemlos verlief bis in die Morgenstunden der Auftritt von Arno Klasen (Karlshausen) mit seinen beiden US-Piloten John Shoffner und Janine Hill, sowie dem eigens für das 24h-Rennen "eingekauften" Niederländer Duncan Huisman im Porsche 911 GT3 Cup (991). Der BMW 325 i mit dem Irreler Phillip Leisen verlor bei Sonnenaufgang einige Zeit in der Box, da die vorderen Dämpfer und vorderen Bremsen gewechselt werden mussten.

Ein Drama war dagegen der diesjährige 24h-Einsatz von Rudi Adams im blauen "Eifelblitz", dem BMW 235i Cup-Auto. Schon nach zwei Stunden war nach einer Kollision und einem Schaden vorne links das Rennen für den Routinier aus Nohn im Vulkaneifelkreis beendet. Ein jähes Ende nahm auch die Vorstellung zweier Kult-Autos im Feld: Der Opel Manta mit dem Fuchsschwanz von Volker Strycek, an diesem Wochenende zum 40. Mal (!), dabei, musste das Rennen wegen eines technischen Defektes beenden. Die schwarze Flagge (Ausschluss) sah dagegen die Chrysler Dodge Viper. Teamchef Bernd Lachmayer erklärte uns: "Wir wurden leider disqualifiziert, weil unser Auto zu laut ist. Der Grund dürfte unser Getriebewechsel heute Morgen gewesen sein, als wir vom Langstreckengetriebe auf das Sprintgetriebe gewechselt haben. Das hat andere Schaltzeiten, die sorgten für die höhere Lautstärke."