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30 Millionen Deutsche spielen an Smartphone oder Computer

30 Millionen Deutsche spielen an Smartphone oder Computer

Köln wird zum Spieleparadies. Die weltweit größte Messe für Videospiele, die Gamescom, wird bis Sonntag 500.000 Fans in die Domstadt locken. Der neue Trend der Gamescom war vor kurzem noch reine Science-Fiction – die virtuelle Realität.

Die Branche hat vor der Messe ein paar Zahlen ermittelt: 30 Millionen Deutsche spielen am Smartphone oder Computer, seit "Pokémon Go", einem kostenlosen Spielchen für das Handy, dürften es noch einige mehr sein. In der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren spielen drei Viertel, sogar bei den Senioren ist mehr als jeder Zehnte dabei.

Die Welt der elektronischen Spiele hatte seit ihrem Urknall in den 70ern trotz aller Fortschritte immer eine feste Basis: Der Spieler erlebt das Geschehen auf einem Bildschirm und kann jederzeit den Blick abwenden, die vertraute Umgebung des eigenen Schreibtischs oder Wohnzimmers wahrnehmen und so das Eintauchen in die Spielwelt beenden.

Eine neue Technik erfüllt nun einen gemeinsamen Traum aller Spielergenerationen: Der Spieler braucht keinen Bildschirm mehr, sondern erlebt das Spiel über eine Brille, die jede reale Umgebung ausblendet und ihm eine komplette virtuelle Welt zeigt. Virtual Reality, kurz VR - das ist einer der Haupttrends der Gamescom in Köln.
Allein in Deutschland hat die Spieleindustrie im Jahr 2015 insgesamt 2,8 Milliarden Euro umgesetzt - ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Spiele gehören zu den gefragtesten Freizeitprodukten, und die Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten der VR-Brillen ist riesig.

Im April hat der taiwanesische Handykonzern HTC die VR-Brille Vive veröffentlicht. Mit großer Spannung erwartet die Spielewelt die Oculus Rift, die ab dem 20. September in den Handel kommen wird und in Köln getestet werden kann. Ebenfalls auf der Gamescom dabei ist die Playstation VR von Sony, die im Oktober kommen soll.
Die virtuelle Realität ist eine junge und auch sehr teure Form des Spielens, die Oculus Rift wird 690 Euro kosten. Die ersten dafür erhältlichen Titel sind vorsichtige Versuche, den Spieler an die virtuellen Räume zu gewöhnen. Grundsätzlich legt der Markt seinen Schwerpunkt unverändert auf optisch bombastische Rollenspiele und Action- oder Multiplayertitel.

850 Aussteller aus 53 Ländern sind in Köln am Start. Die Gamescom ist seit Mitte Juli ausverkauft.