70 Tiere wurden in Nunkirchen sichergestellt und in Tierheime gebracht

Großer Polizeieinsatz : Tierärzte und Polizei befreien rund 70 Tiere im saarländischen Nunkirchen

Obwohl eine Familie in Nunkirchen keine Tiere halten darf, hat sie es erneut getan. Bei einem Großeinsatz am Mittwoch wurden diese befreit – insgesamt rund 70 Stück.

Über Stunden haben Tierärzte des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) in dem Haus und auf dem weiträumigen Gelände am Ortsausgang von Nunkirchen nach Tieren gesucht. Unterstützt wurden sie von Einsatzkräften aus Polizei und Feuerwehr. Insgesamt 70 Tiere wurden am Ende des Einsatzes gezählt – darunter zwei Hunde, 13 Tauben, acht Wellensittiche, neun Gänse und zwei Kamerunschafe.

Mit einem Hausdurchsuchungsbefehl, ausgestellt von einem Richter am Amtsgericht Merzig, hatten die Mitarbeiter aus dem Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz am Mittwoch bei der Familie geklingelt, die ihnen in der Vergangenheit schon öfter Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hatte. Wegen tierschutzrechtlicher Verstöße ist der Familie Tierhaltung und -betreuung verboten, heißt es aus dem Umweltministerium (wir berichteten). Zu einem großen Einsatz war es bereits im September des vergangenen Jahres gekommen.

Ende vergangenen Jahres hatten Nachbarn der Familie erneut Hundegebell im Haus wahrgenommen und dies den Veterinären gemeldet. Die Mitarbeiter des LAV reagierten auf den Hinweis und erwirkten nach Darstellung der Behörde eine Hausdurchsuchung auf dem Anwesen, das barrikadiert und nicht einsehbar ist. „Doch zu diesem Zeitpunkt wurden allerdings keine Tiere vorgefunden“, heißt es weiter.

In den vergangenen Wochen beobachteten mehrere Zeugen, dass die Familienglieder Futter zukauften – Wahrnehmungen, die den Verantwortlichen in Saarbrücken mitgeteilt wurden. Erneut baten die Tierärzte beim Amtsgericht Merzig um einen Durchsuchungsbeschluss, den ein Richter auch ausstellte.

Das Ergebnis des Einsatzes, der sich bis zum Abend hinzog: Zwei Hunde wurden nach Mitteilung des LAV gefunden, dazu eine Katze. Nicht ausschließen wollen die Veterinäre, dass es weitere „Freigänger“ gibt.

Drei Meerschweinchen wurden darüber hinaus entdeckt, 15 Kaninchen, zehn Perlhühner, neun Puten, 13 Tauben, sechs Seidenhühner, zwei Hühner, elf Wachteln, acht Wellensittiche, zwei Psittaciden (Papageien), neun Gänse, zwei Laufenten und zwei Kamerunschafe. „Alle Tiere wurden sichergestellt und in Tierheimen im Saarland untergebracht“, teilte das Ministerium mit.

„Ich wäre dankbar, wenn diesem Treiben endgültig Einhalt geboten werden könnte – zum Wohle der Tiere und der Menschen in der Nachbarschaft“, sagt Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler, der auch in Nunkirchen wohnt. „Uns als Stadtverwaltung sind weitgehend die Hände gebunden. Wir können die Beschwerden von Anwohnern und unsere Bedenken nur an die zuständigen Stellen weitergeben.“

Seit 2011 geben sich auf dem Anwesen am Ortsausgang von Nunkirchen Kontrolleure immer wieder die Klinke in die Hand und sprechen tieschutzrechtliche Anordnungen aus. Anfang September vergangenen Jahres hoben die Mitarbeiter der Behörde, Polizei und Feuerwehr einen regelrechten Privat-Zoo aus. Grund: unhaltbare Zustände, wie es aus der Behörde hieß. Insgesamt 126 Tiere wurden damals befreit, darunter 32 Hunde, acht Pferde, zwei Kängurus, ein Lama und eine Boa constrictor. Anfang Dezember  2011 wurden 70 Hunde, ein Pferd, ein Lama und ein Waschbär aus verwahrlosten und katastrophalen Umständen befreit, wie es heißt.