Abfallchef der Region appelliert: Bürger, benutzt die Biotüte!

Abfallchef der Region appelliert: Bürger, benutzt die Biotüte!

Ab Januar sollen Speisereste und Küchenabfälle gesammelt werden. Etwas umständlich ist das schon.

Foto: Mandy Radics

Ein brauner Zehn-Liter-Eimer mit Deckel, zehn Biotüten und eine Infobroschüre enthält das kostenlose Starterset, das ab Mitte Dezember in den Rathäusern der Region Trier erhältlich ist. Geht es nach dem Willen der Verantwortlichen des regionalen Abfallzweckverbands (ART), sollen ab Anfang nächsten Jahres möglichst viele Haushalte freiwillig ihre Küchenreste und Speiseabfälle sammeln, statt sie in die Restmülltonne zu werfen. Die kompostierbaren Biotüten können dann bei einer der 86 Grüngutsammelstellen in der Region abgegeben werden - ebenfalls ohne dafür etwas zu bezahlen.

Dieses sogenannte Trierer Modell plus ist aus einem erbitterten Streit der für Abfallfragen zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und den regionalen Kommunen über die Einführung einer Biotonne entstanden. Hintergrund ist die vom Gesetzgeber seit 1. Januar 2015 vorgeschriebene getrennte Erfassung von Bioabfällen.
Statt einer verpflichtenden Tonne setzt die Region nun auf Tüte und Freiwilligkeit. "Wir hoffen, dass die Bürger das System unterstützen", sagte gestern ART-Geschäftsführer Max Monzel bei der Vorstellung des neuen Systems. Es ist ein sogenanntes Bringsystem, weil der Bioabfall nicht vor der Haustür abgeholt wird, sondern von den Bürgern selbst zu einer der 86 Sammelstellen gebracht werden muss. Und was, wenn jemandem der Weg zu weit oder zu beschwerlich ist? Dann könne er den Nachbarn bitten, die Biotüten mitzunehmen, sagt der ART-Chef, "oder er nimmt an dem Trierer Modell plus dann nicht teil". Die Bürger im Vulkaneifelkreis sind von der Neuregelung ohnehin zunächst ausgenommen, denn dort gibt es schon seit über 20 Jahren die Biotonne. In zwei Jahren laufen dort allerdings die Verträge aus.

ART-Chef Monzel ist zuversichtlich, dass trotz Freiwilligkeit ausreichend Bioabfall zusammenkommt. Als Zielmarke hat er 5000 Tonnen im Jahr ausgegeben, was nach Monzels Rechnung zu erreichen ist, wenn jeder, der seine Gartenabfälle zur Annahmestelle fährt, künftig auch seine Bioabfälle mitnimmt.
Geht die Kalkulation nicht auf, "müssen wir irgendwann doch wieder über die Biotonne diskutieren", droht der ART-Geschäftsführer mit dem von Kritikern als "Madentonne" bezeichneten Behältnis.

Die Region Trier ist bundesweit nicht die einzige Kommune, in der es beim Bioabfall ein sogenanntes Bringsystem gibt. Im Kreis Birkenfeld können die Bürger ihre aus Maisstärke hergestellten Biotüten in flächendeckend aufgestellte Abfallcontainer werfen. Ein ähnlicher Vorschlag wurde laut ART-Geschäftsführer Monzel auch in der Region diskutiert, aber schnell wieder verworfen. Das Argument einiger Kommunalpolitiker: "Sie wollen doch wohl nicht Ihren stinkenden Bioeimer neben die Glascontainer stellen.…"

Damit die braunen Zehn-Liter-Eimer nicht müffeln, wenn die Küchenabfälle und Speisereste drin sind, können sie mit einem Deckel verschlossen werden. Max Monzel hat das nach eigenen Angaben ausprobiert und für gut befunden.
Themen des Tages Seite 3

WO GIBT ES DAS BIOTÜTEN-STARTERSET?
Zehn Biotüten, Eimer, Infobroschüre - dieses Starterset stellt der regionale Abfallzweckverband jedem Haushalt kostenlos zur Verfügung. Die Coupons dafür sind in den Abfallfibeln, die am Jahresende an alle Haushalte der Region verteilt werden. Startersets und zusätzliche, kostenlose Biotüten gibt es in allen Rathäusern und an den ART-Standorten. Die gefüllten Biotüten können bei den 86 regionalen Grüngut-Sammelstellen und den ART-Wertstoffhöfen rund um die Uhr abgegeben werden.