Absolventen der Fachhochschule Trier sind gefragt bei der Industrie.

Umwelt : Die hellen Köpfe vom Schneidershof

Absolventen der Fachhochschule Trier sind gefragt bei der Industrie. Und sie sind dabei,  Ausbildungs-Trends „zu sehen und umzusetzen“.

Das Weltrekord-Auto mit Namen „Aeris“  aus dem Jahr 2011 ist am Samstag nur Lückenbüßer. Aber ein  ebenso plakativer wie aussagekräftiger am Tag der Elektro-mobilität. Fahrzeuge  zu bauen, die mit immer weniger Energie immer weitere Strecken zurücklegen können, darin sind Dozenten und Absolventen an der Fachhochschule Trier seit Jahren „state of the art“: sprich die feinste Adresse bei der akribischen Weiterentwicklung.

Der „proTRon Evolution“, ein Konzept für ein hocheffizientes Nahverkehrsfahrzeug, den man am Samstag auf dem Trierer Viehmarkt eigentlich hatte präsentieren wollen, ist an diesem Tag den Unbilden der Witterung, sprich dem strömenden Regen zum Opfer gefallen.

„Das ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Ein Nahverkehrsfahrzeug mit innovativem Antriebsstrang, bis zu 100 km/h schnell“, erläutert Prof. Dr. Hartmut Zoppke,  seit über 20 Jahren Dozent für Fahrzeugantriebe im Fachbereich Technik am Schneidershof in Trier.

„Unser Ziel ist es, ein serientaugliches Fahrzeug mit Straßenzulassung zu entwickeln, das als Prototyp bei uns gefertigt wird.“  Die erforderlichen Crashtests durchläuft der Proband am Standort Trier. Auf dem Gelände der Hochschule. „2020“, hofft und glaubt Zoppke, „wollen wir damit fahrbereit sein.“

Die Fachhochschule Trier als Ideenschmiede, als Vorlagengeber für die Industrie? Als Quell der Inspiration? Fakt ist, dass etliche erfolgreiche  Absolventen und Absolventinnen der Ideenwerkstatt hoch über der Stadt den  Weg in die Nahtstellen der Industrie gefunden haben.

 „Gehen Sie mal da rüber an den Stand vom Tüv Rheinland.“, schlägt uns Zoppke nicht ohne Stolz vor. Dort sei man froh mit den jungen heranwachsenden Ingenieuren –  und, als Beispiel in diesem Fall, mit deren Innovationskraft in puncto Weiterentwicklung von Ladesäulen.

„Einer hat schon eine Festanstellung, ein anderer ist mit einem halben Bein im Unternehmen.“ Und eine weitere Absolventin der Trierer Hochschule „macht gerade ihren Doktor bei einem deutschen Premium-Hersteller.“

Der „Trierer Weg“ trägt offenbar Früchte: „Wir wollen qualitativ hochwertige Ingenieure für die Zukunft ausbilden. Der Weg führt weg von den konventionellen Antrieben“, bekräftigt Ex-DaimlerChrysler-Mann Dr. Ing. Matthias Scherer,  seit 20 Jahren Professor für Elektronik und Regelungstechnik an der Hochschule Trier.

Sein „Kind“ ist auch der neue Bachelor-Studiengang Elektromobilität am Trierer Campus. Dessen Aufbau: eine Regelstudienzeit von sieben Semestern. An ein dreisemestriges Basisstudium schließt sich ein nachfolgendes Vertiefungsstudium an.

Inklusive Mitarbeit an diversen hochschuleigenen Forschungsprojekten.

Scherer („Wir waren vor zehn Jahren schon weiter als die Industrie“) wirbt für Ziele und Möglichkeiten. Für persönliche und für die des ambitionierten Lehr- und Forschungsinstitutes an der Peripherie.

„Wir brauchen neue Schulabsolventen“, betont er.  Denn die FH Trier will Teil des Umgestaltungsprozesses der Verkehrssysteme  sein.

Eine Herausforderung, der sich Autobauer, Zulieferer und Energieversorger gleichermaßen gegenübergestellt sehen.  Vor diesem komplexen Hintergrund wolle man „Trends in der Ausbildung sehen, erkennen und umsetzen.“

Damit „die hellen Köpfe vom Schneidershof“ in der Republik weiter gefragt sind.

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