Abtwahl in Benediktinerabtei Maria Laach abgebrochen

Katholische Kirche : Abtwahl in Benediktinerabtei Maria Laach abgebrochen

Nach mehrtägigen Beratungen hinter verschlossenen Türen ist die Abtwahl in Maria Laach ins Stocken gekommen. Damit geht die Führungskrise in dem renommierten Benediktinerkloster weiter. Die ursprünglich nur für zwei Tage  anberaumte Oberenwahl wurde „bis auf Weiteres unterbrochen“, wie die 1093 gegründete Abtei mitteilte.

Wann der Wahlvorgang fortgesetzt wird, entscheidet nun der Wahlleiter Albert Schmidt, der Abtpräses der Beuroner Kongregation, zu der Maria Laach gehört.

Warum kein neuer Abt gewählt wurde, teilten die Mönche nicht mit. Dem Vernehmen nach ist die zukünftige Ausrichtung der Abtei umstritten. Ungeklärt ist die Frage, ob sich das Kloster weiter öffnen soll, etwa für Touristen oder für Veranstaltungen – oder ob sich die Gemeinschaft wieder stärker auf das zurückgezogene klösterliche Leben konzentrieren wird.

Der Abtei steht nach den Angaben weiterhin Subprior Pater Petrus vor, der nach dem Weggang des zuvor für drei Jahre eingesetzten Leiters Pater Andreas Werner Ende April zum kommissarischen Leiter ernannt worden war. „Unser Tagesgeschäft wird weitergehen – unabhängig davon, wann und ob ein neuer Abt gewählt wird“, sagte Pater Petrus.

Der Vorsitzende des Freundeskreises der Abtei, Gernot Mittler, hatte zuletzt betont, wie wichtig es sei, wieder einen Abt zu wählen. „Das Ergebnis der Wahl ist zu bedauern, aber es geht ja weiter“, sagte der frühere rheinland-pfälzische Finanzminister in einer ersten Reaktion. In der jetzigen Situation sei es kontraproduktiv, die Abläufe von außen zu deuten. Er sei sicher: „Das Faszinosum Maria Laach bleibt, und die Aufgabe, dafür weiterzuarbeiten, ebenso.“

Das bundesweit bekannte Kloster war im September 2014 in die Schlagzeilen geraten, als die Wiederwahl des seit 2002 amtierenden Abts Benedikt Müntnich scheiterte.

(kna)
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