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Abwärme aus Großhandelsbetrieb wird für Seniorenzentrum genutzt

Abwärme aus Großhandelsbetrieb wird für Seniorenzentrum genutzt

Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium fördert mit vier Millionen Euro 23 Projekte, mit denen die Entwicklung im Hunsrück vorangetrieben werden soll. Ein Teil der Mittel fließt in den Kreis Bernkastel-Wittlich.

Mainz. Eveline Lemke lächelt, Gregor Eibes strahlt. Soeben hat die Wirtschaftsministerin (Grüne) dem Bernkastel-Wittlicher Landrat (CDU) eine Urkunde überreicht. Es ist eine Auszeichnung für innovative Ideen, die in drei kommunalen Projekten und zwei Vorhaben von Unternehmen aus dem Landkreis zum Ausdruck kommen. Dafür gibt es Fördergeld vom Land.
Im Juli hat das Ministerium den zweigeteilten Regionalwettbewerb Hunsrück ausgeschrieben. Der Hauptwettbewerb, ausgestattet mit einem Budget von drei Millionen Euro, richtet sich an die Kommunen. Zusätzlich gibt es einen Fachwettbewerb Technologie, Budget eine Million Euro, gerichtet an Firmen.
Mehr als 50 Vorschläge aus den Kreisen Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück sind beim Ministerium eingegangen. Die Auswertung hat das Institut Firu mbH in Absprache mit dem Ministerium und Lokalpolitikern sowie anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs vorgenommen. Gestern verkündete Ministerin Lemke in Mainz die 23 Siegerprojekte.
Der Kreis Bernkastel-Wittlich hat mit drei kommunalen Projekten gewonnen. Zusätzlich werden zwei Firmen gefördert.
Initiative Energiedörfer: Zehn Ortsgemeinden, die noch ermittelt werden, sollen sich mittelfristig selbst mit regenerativer Energie versorgen können. Dafür gibt es 88 000 Euro Zuschuss.
Nahwärmeprojekt: In Morbach wird versucht, Abwärme aus einem Großhandelsbetrieb für Lebensmittel im Sinne von Nahwärme für die IGS Morbach, die Baldenauhalle, das Freibad und das Seniorenzentrum nutzbar zu machen. Dafür gibt es 50 000 Euro.
Kindergarten Morbach: Hier soll mit Hilfe einer Photovoltaik anlage Sonne gespeichert werden. Fördermittel: 24 000 Euro.
Im Wettbewerb Technologie haben die Firma Orten Fahrzeugbau aus Wehlen, die clevere und kostengünstige Fahrzeugaufbauten herstellt, und die Firma Clemens Technologies aus Wittlich gewonnen. Letztere hat ein Verfahren entwickelt, um Fruchtfliegen-Schädlinge, die reife Weintrauben befallen und teilweise Ernten zerstören, mit Hilfe von Hitze biologisch zu bekämpfen.
Landrat Gregor Eibes freut sich über die Urkunde und die Fördermittel, "ohne die solche Projekte ansonsten nicht machbar gewesen wären". Er beurteilt den Wettbewerb als "sehr hilfreich".
Nicht minder lobend äußern sich die drei anderen Landräte Matthias Schneider (Birkenfeld, zwei Siegerprojekte), Bertram Fleck (Rhein-Hunsrück, vier Siegerprojekte) und Manfred Schnur (Cochem-Zell, fünf Siegerprojekte). Schnur sagt: "In der Region gibt es viele Ideen. Wir brauchen manchmal einen Kick von außen, um sie umzusetzen." Wirtschaftsministerin Lemke hält die Siegerideen für "vielversprechend und voller Chancen".