Abwarten, wo die nächsten Flieger herkommen

Abwarten, wo die nächsten Flieger herkommen

Sechs neue Fälle von Schweinegrippe wurden gestern in der Region gemeldet. Damit steigt die Zahl der bestätigten Erkrankungen auf 18. Es gibt weitere Verdachtsfälle.

Trier. (wie/mh) Auf Mallorca ist man bemüht, die Angst vor der Ausbreitung der Schweinegrippe zu dämpfen. Es sei völlig normal, dass sich auf einer Insel, mit einem derart großen Strom an Reisenden, das H1N1-Virus schneller ausbreitete, als in anderen Regionen Spaniens, heißt es in einer mallorquinischen Tageszeitung. In Spanien sind rund 1200 Menschen an der neuen Grippe erkrankt. Das per Tröpfchen-Infektion übertragene Virus verbreitet sich besonders rasant in den Party-Hochburgen Mallorca und Lloret de Mar an der Mittelmeerküste. Voll besetzte Reisebusse und Großraumdiskotheken lassen vor allem die Zahl junger Erkrankter deutlich steigen.

In Deutschland sind rund 1500 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt - fast alle haben sich im Ausland infiziert. Genau wie die mittlerweile 18 in der Region registrierten Erkrankten. Die meisten von ihnen kamen krank aus dem Spanienurlaub zurück. Während aus den Kreisen Bernkastel-Wittlich und Eifelkreis Bitburg-Prüm gestern keine neuen Fälle gemeldet wurden, gibt es in Trier und Trier-Saarburg vier und im Vulkaneifelkreis zwei neue Erkrankungen. Beim Trierer Gesundheitsamt gibt es derzeit sieben Verdachtsfälle, in Daun sind es vier, bei allen handelt es sich um junge Leute. Allen Infizierten geht es nach Behandlung mit Grippemitteln relativ gut. Bei zehn ebenfalls Getesteten gab das Dauner Gesundheitsamt gestern Entwarnung. Trotz ähnlicher Symptome haben sie sich nicht mit der Schweinegrippe infiziert. Alle Betroffenen im Vulkaneifelkreis gehörten zu drei unterschiedlichen Gruppen, die auf Mallorca waren, sich auf der Urlaubsinsel getroffen und zusammen gefeiert haben, aber an unterschiedlichen Tagen zurückgekommen waren. Nach Auskunft des Dauner Amtsarztes Volker Schneiders leiden sie unter Schnupfen und bellendem Husten. Mittlerweile seien alle Reisenden der drei Gruppen untersucht worden, daher rechnet Schneiders vorerst nicht mit weiteren Fällen: "Jetzt müssen wir abwarten, von wo die nächsten Flieger kommen."

Ob weiterhin alle Verdachtsfälle auf den neuen Grippe-Erreger getestet werden, ist allerdings fraglich. Derzeit berieten die Bundesländer, ob künftig nur noch Erkrankte getestet werden sollten, sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums auf TV-Anfrage. Belgien hatte vergangene Woche bereits angekündigt, Verdachtsfälle nicht mehr automatisch auf Schweinegrippe zu testen. Die Lage sei "ernst", es bestehe aber kein Grund zur Panik, sagte die Ministeriumssprecherin.

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