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Ackermann: Materielle Anerkennung für Missbrauchsopfer wichtig

Ackermann: Materielle Anerkennung für Missbrauchsopfer wichtig

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat in seiner Silvester-Predigt die Gläubigen auf das neue Jahr eingestimmt: Auch 2011 werde ein herausforderndes Jahr. Dabei hat er hat die Frage nach materieller Anerkennung für Missbrauchsopfer innerhalb der Kirche als "gewichtige Hausaufgabe" bezeichnet.

Trier. (hw) Bischof Stephan Ackermann hat in seiner Silvester-Predigt die weitere Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche angekündigt. Im neuen Jahr stünden mit Blick auf dieses Thema "gewichtige Hausaufgaben" an, wie die Frage nach der materiellen Anerkennung und anderen Hilfen für die Betroffenen oder wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchs im Bereich der Kirche. Nicht wenige hätten die Vorfälle zum Anlass genommen, der Kirche den Rücken zu kehren. "Weder die Zahl, noch die Sache eines Kirchenaustritts lässt mich als Bischof kalt, und sie kann uns als Bistumsgemeinschaft insgesamt nicht kalt lassen."

Zwar seien die Vergehen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker seltene Ausnahmen. "Aber insgesamt zeigen die Diskussionen des vergangenen Jahres doch noch einmal, wie sehr die Volkskirche auch von Formen der Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen geprägt war", sagte Ackermann, der von einer "Reinigung des Gedächtnisses" sprach. Ein weiteres großes Thema sei der Kostensenkungsprozess gewesen. Glücklicherweise hätten sich die Prognosen der Fachleute über die Höhe des Defizits im Bistumshaushalt nicht bestätigt. Das habe zur Folge, dass die Absenkung der Kosten nicht so rasch umgesetzt werden müsse, wie es noch vor einem Jahr notwendig erschienen sei. Herausfordernd werde das Jahr vor allem für die Gemeinden. Der Umriss der neuen pastoralen Räume sei festgelegt. "Im kommenden Jahr werden sie nun konkrete Realität."