1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

ADD bezieht Stellung: Kleine Fehler, keine großen Vergehen

ADD bezieht Stellung: Kleine Fehler, keine großen Vergehen

Nachdem der Landesrechnungshof Ausgaben des Neuerburger Gymnasiums (Eifelkreis Bitburg-Prüm) kritisiert hat, räumt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier an einigen Stellen Fehler ein. Dem Land Rheinland-Pfalz sei jedoch kein finanzieller Schaden entstanden.

Neuerburg/Trier. Vom Lederpolster für die Lehrer bis zum Luxus-Kaffeeautomaten: Der Landesrechnungshof kritisiert großzügige Anschaffungen des landeseigenen Internats in Neuerburg und spricht in seinem Bericht von "kreativer" Haushaltsführung (TV vom 14. Januar). Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, an die Schulleiter Jens Kemper verwiesen hatte und die nach Erscheinen des TV-Berichts am Donnerstag auf unsere Fragen antwortete, wehrt sich gegen den Begriff der "Verschwendung": Dieser sei falsch und irreführend. Das Eifel-Gymnasium in Neuerburg habe "einen eigenen Haushaltstitel", sagt Pressesprecher Nikolai Zaplatynski. Der Rechnungshof habe einzelne Anschaffungen kritisiert - darunter auch die einer Eismaschine für knapp 5000 Euro. Zaplatynski: "Die Kritik wurde zur Kenntnis genommen." Der Haushalt selbst "wurde in keinem Jahr überzogen."
Der Rechnungshof wies zudem darauf hin, die Schule hätte eine Sprachreise nach Barcelona, bei der auch Schüler dabei waren, nicht mit rund 3000 Euro bezuschussen dürfen. Zaplatynski räumt ein, dass der Schule nicht bewusst gewesen sei, dass bei Fortbildungen "grundsätzlich keine Schüler beteiligt sein dürfen". Dies werde künftig beachtet. Auch wenn Mietzahlungen und Entgelte zeitweise über Umwege auf ein schuleigenes Konto flossen und nicht direkt auf das der Landesoberkasse Trier, sei die "ordnungsgemäße Verbuchung von Geldern stets gewährleistet" gewesen. Schwarzarbeit lasse sich zu keinem Zeitpunkt nachweisen.Überprüfung steht an


Kritik gab es auch beim Personalschlüssel: Vom Schuljahr 2009/10 bis zum Schuljahr 2013/14 sank die Zahl der Erzieher zwar um sieben Prozent, die Zahl der Internatsschüler aber um 38 Prozent. Nach Aussage der ADD lässt sich die Entwicklung mit dem Rückgang der Aussiedler erklären: Die förderte das Gymnasium über Jahre in Sprachkursen. Durch die zunehmende Zahl der Migranten werde die Sprachförderung aber wieder zu einem wichtigen Thema. Die Zahl der Erzieher entspreche jedoch "den Notwendigkeiten". Es soll eine landesweite Überprüfung geben, deren Ergebnisse abzuwarten seien.
516 Schüler und 49 Kollegiaten besuchen das Gymnasium, im Internat sind derzeit 91 Schüler untergebracht. Die Schule hat 55 Lehrkräfte.