Ältere Menschen wollen in die Stadt: Wohnraum wird knapp

Ältere Menschen wollen in die Stadt: Wohnraum wird knapp

Vom Land in die Stadt: Dieser Trend hat die Region Trier erfasst. Auch wenn mehr Neubauten in den Zentren genehmigt wurden, so reicht dies nicht aus, um gerade den wachsenden Wohnraum-Bedarf der Senioren zu decken.

Mehr als 2500 Senioren-Wohnungen sollen in den kommenden 20 Jahren im Oberzentrum Trier fehlen. Diese Rechnung hat das Nürnberger Regionaldaten-Institut Pestel im Auftrag des Verbändebündnisses "Wohnen 65 plus" - darunter der Sozialverband VdK und die Gewerkschaft IG Bau - aufgemacht. Denn rechnet man die Prognose der Bevölkerungsentwicklung für Trier hoch, so werden im Jahr 2035 mehr als 25.000 Menschen älter als 65 Jahre sein, 3000 davon pflegebedürftig.

Ob sich diese Voraussage verwirklicht, ist unklar. Es zeigt sich jedoch schon heute ein verstärkter Trend der Senioren hin zum Wohnen in der Stadt. "Insbesondere in den ländlichen Gegenden der Eifel und im Hochwald macht sich die schlechte Infrastruktur zunehmend in Leerständen bemerkbar. Gerade junge Senioren ab 60 Jahren zieht es in die Städte und Wachstumskommunen", sagt Thorsten Griebel, Geschäftsführer der LBS Immobilien für die Region.

Dabei ist im Oberzentrum an der Mosel der angebotene Wohnraum ohnehin schon knapp. "Der Trierer Wohnungsmarkt ist und bleibt angespannt", sagt Griebel. 20 Interessenten für eine freie Eigentumswohnung - das ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Das schlägt sich auf die Preise nieder: So wechseln Wohnungen bei dem nach eigenen Angaben größten deutschen Immobilienmakler im Altbestand für bis zu 2100 Euro je Quadratmeter den Besitzer, im Neubau gar für bis zu 3800 Euro je Quadratmeter.

Von einer Immobilienblase sei Trier aber "weit entfernt", sagt der LBS-Experte. Sowohl die LBS als auch die Stiftung Warentest haben festgestellt, dass es sich lohnt, in Trier eine Immobilie zu kaufen. "Trotz Preissteigerungen von teilweise zehn Prozent innerhalb eines Jahres sind dies noch gesunde Werte", sagt Griebel.

Denn im Flächennutzungsplan der Stadt Trier können jährlich bis zu 550 neue Baugenehmigungen erteilt werden, 2012 waren es jedoch nur 426. Dabei nimmt die Zahl der Genehmigungen in Trier und in den Kreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich zu; Rückgänge gibt es dagegen im Vulkaneifelkreis und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

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