Ahnen steht zu Reform

MAINZ. (win) Eine Rücknahme der Rechtschreibreform hält die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD), nicht für sinnvoll. Das Thema kommt jedoch erneut auf die Tagesordnung der KMK.

Die Kultusminister der Länder haben zwar Anfang Juni in Mainz abschließend den geänderten Schreibregeln zugestimmt, die ab August 2005 verbindlich werden sollen, dennoch wird sich die KMK auf Antrag des saarländischen Bildungsministers Jürgen Schreier (CDU) im Oktober erneut mit dem Thema beschäftigen müssen. Sie finde es schon merkwürdig, dass ihr Saar-Kollege der Reform nach jahrelanger Debatte zugestimmt habe und nun erneut darüber diskutieren wolle, sagte Ahnen "mit gewisser Verwunderung" dem TV . Nach Überzeugung der KMK-Präsidentin hat sich die neue Rechtschreibung in den Schulen bewährt. Jetzt erneut umzusteuern, sei den Schülern nicht zuzumuten - ganz abgesehen von den immensen Folgekosten durch neuerliche Änderungen, sagte Ahnen. Sie geht davon aus, dass die Mehrheit der Konferenz weiter hinter der Reform steht. Schreier hatte argumentiert, dass die Kultusminister nicht unbeteiligt zusehen könnten, wie die Rechtschreibreform von immer mehr Ministerpräsidenten und auch der Kulturstaatsministerin des Bundes, Christina Weiss (parteilos), kritisiert werde. In Frage gestellt hatte die teilweise umstrittenen Neuerungen unter anderem Saar-Ministerpräsident Peter Müller. Der Mainzer Regierungschef Kurt Beck gilt zwar nicht als überzeugter Kämpfer für die geänderte Rechtschreibung, lehnt jedoch eine erneute Grundsatzdiskussion entschieden ab.