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Ahnen verspricht Gymnasien Hilfe

Ahnen verspricht Gymnasien Hilfe

Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) bezeichnet eine gute Unterrichtsversorgung an den Schulen des Landes als "prioritäre Aufgabe". Unter Bezug auf die neuesten Zahlen zum Stundenausfall sagt sie aber auch: "Wir wollen keine gute Statistik, sondern eine gute Situation an den Schulen."

Mainz. Einmal im Jahr legt das Ministerium Zahlen zum temporären, also geplanten Unterrichtsausfall an den Schulen vor. Diese Statistik hatte kürzlich eine Verdoppelung von 1,2 auf 2,4 Prozent ergeben und für Protest bei Eltern und Lehrerverbänden gesorgt (der TV berichtete). Am Donnerstag beschäftigte sich der Landtag mit der Thematik.
Für die oppositionelle CDU ist die Lage klar: "Sie sprechen von einer guten Versorgung - wie gerne hätte ich das geglaubt", kritisierte Christdemokrat Guido Ernst. Die Verdoppelung des Unterrichtsausfalls verlange nach Gegenmaßnahmen. Doch das Ministerium verbiege die Realität. "Sie speisen qualifizierte Lehrer mit preiswerteren Zeitverträgen ab. Sie spielen auf Zeit, sie hoffen, dass ihnen die demografische Entwicklung in die Karten spielt und Sie in einigen Jahren mit den vorhandenen Pädagogen auskommen können", sagte Ernst.
Bildungsministerin Doris Ahnen wies das zurück. Probleme werde sie "immer ernst nehmen". Die Gymnasien seien derzeit bei der Versorgung schlechter gestellt als andere Schularten, räumte Ahnen ein. "Es ist unsere vornehmste Aufgabe, sie wieder heranzuführen." Die Korrekturen erfolgten planmäßig, wobei die Demografie (sinkende Schülerzahlen) selbstverständlich berücksichtigt würde. "Alles andere wäre sträflich."
Man müsse die Dinge aber "realistisch und mittelfristig betrachten", mahnte Ahnen. Die statistische Verschlechterung des Unterrichtsausfalls erkläre sich auch mit pädagogischen Verbesserungen, auf die das Ministerium Wert lege. "Wir hätten bereits 100 Prozent Versorgung, hätten wir keine kleineren Grundschulklassen eingeführt." Alexander Fuhr (SPD) warnte davor, "die Lage schlechtzureden und sich allein auf die statistischen Zahlen zu fixieren". Vergessen würden von der CDU pädagogische Verbesserungen wie Ganztagsschulen, G8-Gymnasien, der Ausbau der Fachoberschulen an den Realschulen plus oder die Leseförderung. Das binde viele Lehrerstellen und erfordere erhebliche finanzielle Mittel.
Ähnlich wie Fuhr argumentierte Ruth Ratter (Grüne). "Auch eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung bietet noch keine Garantie für eine gute Schule. Warum verbeißen Sie sich von der CDU so in die Statistik?" Die Grünen wollten eine "bessere, fairere und gerechtere Schule".
Auf Verständnis bei der CDU stießen die rot-grünen Redner nicht. "Schade, dass der Unterrichtsausfall schöngeredet wird", sagte Marion Schneid. "Was nutzen mir Bildungsstandards, wenn kein Unterricht da ist."Extra

Bildungsministerin Doris Ahnen will zum 1. Februar weitere 100 festangestellte Lehrer für den Vertretungspool engagieren, dem bereits 100 Lehrkräfte angehören. Darüber hinaus gebe es Vertretungskräfte mit Zeitverträgen, wo immer sie benötigt würden. Zum Stichtag 1. Dezember habe es 2782 Vertretungsverträge an den Schulen des Landes gegeben, das entspreche 1977 Vollzeitstellen.fcg