Airbase Spangdahlem: 352. Special Operation Wing aus Mildenhall kommt erst 2028

Kostenpflichtiger Inhalt: Militär : Deutsche zahlen mit - Ausbau der Airbase Spangdahlem verschiebt sich und wird teurer

Der Umzug einer Sondereinheit in die Eifel wird teurer – auch für den deutschen Steuerzahler – und verzögert sich. Frühestens in einigen Jahren kommen 2500 Menschen und 20 Flugzeuge.

Eigentlich sollten in  Spangdahlem bereits 2022 die ersten Kipprotor-Wandelflugzeuge namens „Fischadler“ senkrecht in den Eifelhimmel starten. Dann wurde daraus 2024. Nun verzögert sich der seit 2015 geplante Ausbau der US-Airbase um weitere vier Jahre.

Frühestens im Frühjahr 2028 werden die 20 Flugzeuge des 352. „Special Operation Wings“ und 2500 Menschen (Militärs und Zivilisten) aus Mildenhall/Großbritannien in die Eifel verlegt. Dies teilte das Amt für Bundesbau am Donnerstag nach Abstimmung mit der US-Seite auf TV-Anfrage mit. Grund dieser Verlegung, die noch unter US-Präsident Barack Obama beschlossen wurde, waren Sparpläne – die allerdings offenbar nicht ganz aufgehen. Ursache für die Verzögerung ist nämlich laut Amt für Bundesbau, dass erste Planungsergebnisse höhere Kosten ergaben, als die USA vorhergesehen hatten. Wie hoch diese Kosten sind, teilte das Amt nicht mit. 2017 hatte die Airbase sie mit 250 bis 300 Millionen Dollar beziffert. Eine Reaktion des in Spangdahlem stationierten 52. Jagdgeschwaders war wegen des Feiertags Thanksgiving am Donnerstag nicht zu bekommen.

Da der Bund sich an den Planungs- und Verwaltungskosten des Airbase-Ausbaus beteiligt, kommen auch auf deutsche Steuerzahler Ausgaben in Millionenhöhe zu. Zwischen 2010 und 2018 hat der Bund für Spangdahlem 60 Millionen Euro zugeschossen. In den kommenden Jahren dürfte es laut Bundesamt wegen der anstehenden Bauarbeiten wohl mehr werden.

Der 352. Special Operation Wing ist eine Gruppe für Sondereinsätze. Diese beschäftigt in Mildenhall mehr als 1000 Militärangestellte. Zu ihren Aufgaben zählt es, Truppen zu transportieren, mit Nachschub zu versorgen und Flugzeuge in der Luft zu betanken. Zehn der Flugzeuge sind absolute Klassiker, zehn andere Exoten.

Es handelt sich zum einen um Lockheed C-130 (Hercules) – die am weitesten verbreiteten militärischen Transportflugzeuge. Und zum anderen um Kipprotor-Wandelflugzeuge namens Bell-Boeing CV-22 „Fischadler“, die wie Hubschrauber vertikal starten können. Nach wie vor ist geplant, die neue Einheit auf einer Fläche nordöstlich der Landebahn unterzubringen. Rund 40 Gebäude müssen dort abgerissen werden. So entsteht Platz für eine riesige Flugzeugrampe, für Wartungshallen, ein Hauptquartier für die neuen Einheiten, einen Flugsimulator und Verwaltungsgebäude.

2017 hatten Unterlagen, die dem TV zugespielt worden waren, gezeigt, dass es zahlreiche behördliche Bedenken gegen den Ausbau auf dieser Fläche gab. Insbesondere wegen möglicher Gefahren für das Trinkwasser. Laut Amt für Bundesbau bestehen diese Bedenken nicht mehr. 2018 habe die Wasserbehörde SGD Nord mitgeteilt, dass sie das Verfahren zur Ausweisung eines Wasserschutzgebietes einstelle. Diverse Gutachten wurden seitdem erstellt: zur Hydrogeologie, zu Schadstoffen und zur Fauna und Flora. „Aus den bisherigen Studien liegen keine Erkenntnisse vor, die gegen das Bauprogramm sprechen“, teilt das Amt mit.

Nach wie vor in Arbeit ist das Lärmschutzgutachten, auf dessen Ergebnisse die Menschen in der direkten Umgebung der Airbase mit Spannung warten.