Alarm in der Pfalz: Flughafen Zweibrücken braucht schleunigst Geld

Zweibrücken/Mainz · Dem Flughafen Zweibrücken droht das vorzeitige Aus. Ihm fehlt drei Wochen nach Start des Insolvenzverfahrens Geld in der Kasse, weil das Land keine Zuschüsse mehr für Sicherheitskontrollen zahlt. Nächste Woche soll es ein klärendes Gespräch mit der EU-Kommission in Brüssel geben.

Zweibrücken/Mainz. Jan Markus Plathner, Insolvenzverwalter des Flughafens Zweibrücken, ruft überraschend um Hilfe. Bislang habe der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten werden können, doch "die weitere Betriebsfortführung gestaltet sich schwierig", teilt Plathner mit. "Die Liquiditätssituation ist derzeit stark angespannt", sagt er.
Übersetzt heißt das: In der Kasse klafft ein Loch. Grund dafür ist, dass die Landesregierung beschlossen hat, dem Airport in der Südwestpfalz vorerst keine Kosten mehr für die Übernahme hoheitlicher Aufgaben zu erstatten. Darunter fallen etwa die Sicherheitskontrollen für den Personen- und Frachtverkehr. Laut Joachim Winkler, Sprecher von Verkehrsminister Roger Lewentz, handelt es sich um einen sechsstelligen Betrag im Monat.
Bislang hat das Land die Zuschüsse gezahlt, sieht sich aber jetzt "nach Signalen aus Brüssel und Rücksprache mit dem Bundesverkehrsministerium" gezwungen, mit der EU-Kommission abzustimmen, dass weiter gezahlt werden darf. "Diese Abstimmung erfolgt bei Gesprächen auf Fachebene in Brüssel zu Beginn nächster Woche. Das Land setzt sich nachdrücklich dafür ein, die Sicherheitskosten weiterhin zu erstatten", sagt Winkler.
Den Flughafen bringt das in arge Bedrängnis. Rechtlich sei es grundsätzlich nicht zulässig, Verluste zu erwirtschaften, lässt der Insolvenzverwalter wissen. Nur "unter Hilfestellung aller Beteiligten" sei die Fortführung des Betriebs möglich. Konkret: Plathner und die Geschäftsführer sind "an die Kunden, den Gesellschafter und weitere Beteiligte heran getreten, um sie um schnelle Hilfe zu bitten". Um Geld also.
Parallel dazu setzt der Insolvenzverwalter einen Investorenprozess auf. "Es werden bereits erste Gespräche mit potenziellen Investoren geführt", sagt er.
CDU-Fraktionsvize Christian Baldauf wertet die neue Entwicklung "als weiteren Beleg für die Planlosigkeit und das Unvermögen der rot-grünen Landesregierung". Diese habe es nicht geschafft, ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept zu entwickeln. Sie habe sich stattdessen "auf nicht mit Brüssel abgestimmte Dauersubventionen verlassen". Leidtragende seien wieder die Arbeitnehmer vor Ort.fcg