Albtraum am Morgen

BAD BERTRICH. (red) Kaum war gestern Morgen die Postfiliale in der Viktoriastraße in Bad Bertrich geöffnet, erlebte der 58-jährige Angestellte einen Albtraum: Ein unbekannter Täter zwang ihn, die Tresorschlüssel herauszugeben, fesselte sein Opfer, raubte einen fünfstelligen Bargeldbetrag und verschwand.

Kurz vor 8.30 Uhr wurde der 58-jährige Angestellte der Postagentur in Bad Bertrich von einem unbekannten Mann abgepasst, als er gerade die Geschäftsräume in der Viktoriastraße öffnete. Der Unbekannte drängte sein Opfer in die kleine Postgeschäftsstelle, bedrohte ihn mit einem Klappmesser und forderte in gebrochenem Deutsch die Herausgabe von "Schlüssel zu Stahlschrank". Um seine Forderung zu unterstreichen, schlug er dem 58-Jährigen mehrmals ins Gesicht. Nachdem er die Schlüssel erhalten hatte, sperrte er ihn in einem Nebenraum ein, fesselte ihn mit einem mitgebrachten Seil und überklebte ihm den Mund. Das Opfer hörte noch einige Minuten "Rumoren" in der Postagentur, dann war der Täter wohl verschwunden - mit ihm ein fünfstelliger Bargeldbetrag. Der Postangestellte musste noch eine Dreiviertelstunde in der misslichen Lage ausharren, bis eine Kundin gegen 9.15 Uhr durch Geräusche auf ihn aufmerksam wurde. Mit Hilfe eines jungen Mannes, den die Frau von der Straße holte, befreite sie ihn und verständigte die Polizei. Vor der Agentur auf das Opfer gewartet

Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass der Täter vor der Postagentur auf sein Opfer gewartet hat und möglicherweise von Passanten gesehen wurde. Wie der Täter floh, ist nicht bekannt. Die Polizei schließt nicht aus, dass er sich zunächst zu Fuß oder vielleicht auch mit einem Auto aus dem Staub gemacht hat. Die Bekleidung des Mannes, Lederjacke und eventuell Motorradstiefel, lässt jedoch auch vermuten, dass der Täter möglicherweise mit einem Motorrad unterwegs war. Der unbekannte Mann wird wie folgt beschrieben: Mindestens 40 Jahre oder etwas älter, etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, kräftige, sportliche Figur. Der breitschultrige Mann hatte einen geschorenen Kopf mit leicht nachgewachsenen Haarstoppeln. Er hatte sein Gesicht mit einem blaugrün karierten Schal verdeckt und war bekleidet mit einer dunklen Lederjacke und Jeans. Der Täter wirkte nach Aussagen des Angestellten der Postagentur überhaupt nicht hektisch oder aufgeregt, sondern sei zielstrebig vorgegangen. Er habe gebrochen Deutsch gesprochen, wobei er offenbar Schwierigkeiten hatte, ein "sch" deutlich auszusprechen. Zwischen dem Überfall auf die Postagentur und der Verständigung der Polizei sind wertvolle Minuten vergangen, weshalb die Ermittler dringend auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen sind. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise in dieser Sache an die zuständige Kriminalinspektion Wittlich, Telefon 06571/9500-0, oder die örtlich zuständige Polizeiinspektion Zell, Telefon 06542/9867-0, oder jede andere Polizeidienststelle.