Politisch und privat Alexander Schweitzer: Dreyer-Nachfolger, FCK-Fan und Veganer

Mainz · Sozialminister, Familienvater, Kaiserslautern-Fan: Wer ist Alexander Schweitzer, der nach dem Rücktritt von Malu Dreyer Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz werden soll? Alles, was Sie über ihn wissen müssen.

 Alexander Schweitzer am 19. Juni 2024 bei der Pressekonferenz zu Malu Dreyers Rücktritt neben der scheidenden Ministerpräsidentin.

Alexander Schweitzer am 19. Juni 2024 bei der Pressekonferenz zu Malu Dreyers Rücktritt neben der scheidenden Ministerpräsidentin.

Foto: dpa/Arne Dedert

Der 19. Juni 2024 dürfte einer der wichtigsten Tage in Alexander Schweitzers Leben sein. An diesem Tag erklärte Malu Dreyer (SPD) den vorzeitigen Rücktritt von ihrem Amt als Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz. Für Schweitzer folgt aus diesem Anlass der nächste große Karriereschritt.

Nach Rücktritt von Malu Dreyer soll Alexander Schweitzer folgen

Der designierte Nachfolger wurde auch direkt öffentlich verkündet: Alexander Schweitzer (SPD) hatte sich zuletzt als Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz empfohlen. Nachdem Dreyer ihren Schritt am Vormittag in der SPD-Landtagsfraktion verkündet hatte, soll Schweitzer im Anschluss einstimmig nominiert worden sein, heißt es. Der 50-Jährige muss allerdings erst vom Landtag gewählt werden, was bereits am 10. Juli über die Bühne gehen soll. Er habe „offen gesagt einen Riesenrespekt vor der Aufgabe“, erklärte der designierte Ministerpräsident.

Alexander Schweitzer galt schon länger als heißer Kandidat für die Nachfolge von Dreyer. Neben ihm waren zudem Innenminister Michael Ebling (SPD) und die derzeitige Landtagsfraktionschefin Bätzing-Lichtenthäler, die nun SPD-Landeschefin wird, als mögliche Nachfolger gehandelt worden, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt.

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Alexander Schweitzer – sein politischer Werdegang

Nun ist es aber Schweitzer. Wer ist der Mann, der die Geschicke des Landes lenken soll? Schweitzer kommt aus Landau in der Pfalz und wurde am 17. September 1973 geboren. Schon in jungen Jahren trat er in die SPD ein, nämlich 1989. Er brachte es zunächst zum stellvertretenden Juso-Landesvorsitzenden in Rheinland-Pfalz (1993 bis 1995). Ab 1995 war er Vorsitzender der Jusos Pfalz (bis 1997) und Mitglied im damaligen SPD-Bezirksvorstand Pfalz (bis 2013). 1997 bis 2004 war er Ortsvereinsvorsitzender Billigheim-Ingenheim.

1999 wurde Schweitzer Mitglied im Verbandsgemeinderat Landau-Land, dem er bis 2009 angehörte. Seit 1999 ist er außerdem Mitglied im Kreistag Südliche Weinstraße. Von 2000 bis 2007 war er Mitglied der Grundsatzprogrammkommission beim SPD-Parteivorstand, von 2002 bis 2005 Gemeindeverbandsvorsitzender Landau-Land. 2002 bis 2013 war Schweitzer Mitglied im SPD-Landesvorstand, von 2004 bis 2013 Mitglied des Präsidiums der Landes-SPD sowie von 2004 bis 2014 Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Südliche Weinstraße.

2006 wurde Alexander Schweitzer dann zum Berufspolitiker. Für ihn ging es in den rheinland-pfälzischen Landtag, dem er bis 2009 angehörte. Ab 2009 bis 2011 war er Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, von 2011 bis 2013 Generalsekretär der Landes-SPD. Von 2013 bis 2014 hatte Schweitzer das Amt des Staatsministers im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz inne.

Von 2014 bis 2021 war Schweitzer Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. Seit 2014 ist er Vorsitzender der SPD im Regionalverband Pfalz, seit 2017 Mitglied des SPD-Parteivorstands und seit 2021 Staatsminister im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz.

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Was Alexander Schweitzer beruflich gemacht hat

Beruflich hat Alexander Schweitzer einen juristischen Hintergrund. Nach seinem Abitur 1993 in Bad Bergzabern studierte er Jura an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 2001 machte er sein Staatsexamen.

Bis 2004 arbeitete Schweitzer dann in einer Agentur zur Qualitätssicherung in Lehre, Studium und Forschung in Baden-Württemberg. Von 2004 bis 2006 war er Mitarbeiter und Projektleiter beim Steinbeis-Transferzentrum IPQ in Heidelberg. Steinbeis ist nach eigenen Angaben auf der Webseite ein „weltweiter Verbund aus über 1.100 Transferunternehmen“ und damit „Dienstleister im Wissens- und Technologietransfer“. Außerdem war Alexander Schweitzer in diesem Zeitraum Dozent an der Berufsakademie Mosbach.

Das ist Dreyer-Nachfolger Alexander Schweitzer privat

Und wie sieht es privat aus? Schweitzer wuchs an einem ungewöhnlichen Ort auf. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er auf Frachtschiffen, denn sein Vater arbeitete als Binnenschiffer. Heute ist der Politiker verheiratet und hat eine Tochter sowie zwei Söhne.

Mit Blick auf den angestrebten Karrieresprung zum Ministerpräsidenten sagte Schweitzer der Deutschen Presse-Agentur: „Meine Frau trägt es mit großer Fassung. Wir kennen uns seit Schulzeiten.“ Die familiäre Unterstützung ist also da.

Vor einigen Jahren erklärte der Politiker, dass er vegan lebt. Er vermeidet demnach tierische Produkte, und das nicht nur, wenn es um die Ernährung geht.

Auch sportlich ist Alexander Schweitzer interessiert. Er ist unter anderem Mitglied der Fritz-Walter-Stiftung, deren Ziel nach eigener Aussage auf der Stiftungs-Webseite unter anderem die Förderung der sportlichen Jugendarbeit ist. Außerdem ist Schweitzer Mitglied des 1. FC Kaiserslautern – einem Verein, den auch Malu Dreyer unterstützt, der er jetzt nachfolgen soll. Ein gutes Zeichen für den 50-Jährigen?

Welche Chancen hat Alexander Schweitzer politisch

Wie erwähnt, muss Schweitzer zuerst vom rheinland-pfälzischen Landtag gewählt werden, damit es mit dem Karrieresprung klappt. Die nächste große Hürde für ihn ist dann die rheinland-pfälzische Landtagswahl, die 2026 stattfindet. Aktuell müsste Schweitzer dann einen großen Abstand zur CDU einholen, um dann erneut ins Amt gewählt zu werden.

Hauptquellen für diesen Artikel sind die Angaben auf Alexander Schweitzers eigener Webseite sowie auf der Webseite der SPD.