Amerikas Rentner erste Opfer der leeren Staatskasse?

Amerikas Rentner erste Opfer der leeren Staatskasse?

US-Präsident Barack Obama droht mit einem Zahlungsstopp der Rentenzahlungen. Das maximale Horrorszenario sorgt in der amerikanischen Öffentlichkeit für Aufregung.

Washington. Als der frühere US-Präsident George W. Bush im Jahr 2006 die Schuldengrenze des Staates anheben wollte, erntete er zunächst scharfe Kritik der Demokraten. Auch ein Senator aus Illinois zeigte sich empört angesichts der seiner Ansicht nach mangelnden Sparbemühungen der Regierung. Seinen Namen kennt heute jeder: Barack Obama.
Wie schnell sich doch die Zeiten und Ansichten ändern können. Im dramatischen Tauziehen um die Aufnahme frischer Kredite und Erhöhung der Staatsschulden ist es jetzt Obama, der massiven Druck macht - zuletzt mit einer aufsehenerregenden Drohung: Würden die Republikaner nicht einlenken und den tieferen roten Zahlen zustimmen, so könne er nicht sicherstellen, dass Millionen Rentner im August ihren gewohnten "Social Security"-Scheck erhalten. Am 3. August seien diese Zahlungen fällig, so der Präsident, doch er könne nicht garantieren, "dass wir genug Geld in den Kassen haben".
Dass es am Ende eine Entscheidung seiner Regierung sein wird, zwischen der Rentenzahlung und anderen Ausgabepositionen wie den Gehältern für Staatsbeamte und seine eigenen Mitarbeiter abzuwägen, erwähnte Obama natürlich nicht. Denn das Ziel war klar: ein maximales Horrorszenario zu schaffen.
Die erwünschte öffentliche Wirkung blieb dann auch nicht aus. Die Gefahr, dass Amerikas Senioren und Kriegsveteranen zu einem der ersten Opfer der Schuldenkrise werden, war Fernsehsendern stundenlange Bildschirm-Schlagzeilen wert. Zumal die Meldungen von der politischen Front kaum einen Anlass zur Hoffnung geben, dass das derzeitige Schuldenlimit von 14,2 Billionen US-Dollar noch rechtzeitig bis zum 2. August heraufgesetzt werden kann.