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Angst ums Geld und vor Abzocke

Angst ums Geld und vor Abzocke

Sorgen und Nöte in der Krise: Mehr als 150.000 Menschen haben 2008 Rat bei der Verbraucherzentrale gesucht. Datenklau, Abzocke und Finanzfragen standen im Vordergrund. Ab August können sich verunsicherte Verbraucher in Trier persönlich in Geldsachen beraten lassen.

Wie sicher ist mein Geld? Woran erkennt man eine solide Anlageberatung? Was kann man bei einer Falschberatung durch Banken oder Finanzmakler tun? Mit Fragen wie diesen werden seit Herbst vergangenen Jahres die Verbraucherschützer überrannt. Bei einer eigens eingerichteten bundesweiten Hotline wurden von Oktober bis Dezember 2008 rund 143.000 Anrufe registriert. 500.000 Besucher verzeichnete die Verbraucherzentrale 2008 auf ihrer Homepage im Internet.

Die Verunsicherung bei den Verbrauchern sei infolge falscher Beratung von Banken groß, erklärt Sylvia Beckerle, Finanzreferentin der Verbraucherzentrale Mainz. Häufig seien „hochspekulative Produkte“ empfohlen worden. Das verwundere nicht, denn es gebe bei den Banken ein provisionsorientiertes Vertriebssystem, bei dem es „nicht um Beratung, sondern um Verkauf“ gehe.

Obwohl die Verbraucherzentrale ein Jahresbudget von rund zwei Millionen Euro hat und die Landesregierung infolge der Finanzkrise mehr Projektmittel bewilligt hat, konnte der riesige Beratungsbedarf nicht annähernd gedeckt werden. Deshalb reagiert die Verbraucherzentrale und weitet ihr Angebot aus. Ab sofort kann man montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr telefonisch Kontakt aufnehmen. Zusätzlich wird die persönliche Finanz-Beratung, die bislang nur in Mainz möglich ist, ab August auch in Trier angeboten.

Eine weitere neue Offerte: Honoraranwälte der Verbraucherzentrale prüfen mögliche Schadenersatzansprüche bei Falschberatungen. „Das Problem ist, dass die Beweislast auf Seiten der Verbraucher liegt“, erklärt Sylvia Beckerle.

Ein großes Ärgernis sind für viele Menschen ungebetene Anrufe von Lotterien, Telefonanbietern oder Zeitschriftenwerbern. Dabei sollen ihnen Verträge oder Abonnements untergeschoben werden. Häufig meldeten sich Inkassobüros, oder es kämen Mahnbescheide angeflattert, sagt Rechtsreferentin Carmen Gahmig. Oft hätten die Anrufer Kenntnis über erstaunlich viele persönliche Daten. Besonders besorgniserregend: Die Beschwerden über missbräuchliche Konto-Abbuchungen hätten zugenommen. „Der Schaden beläuft sich für die Betroffenen nicht selten auf Tausende Euro“, sagt Gahmig.

Auf vorbeugende Maßnahmen setzen die Verbraucherschützer bei Abzocke oder Datenklau im Internet oder bei Handy-Kostenfallen. Es sollen weiterhin Vorträge für Schüler, Eltern und Lehrer angeboten werden (2008 an mehr als 60 Schulen im Land), sagt Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale.

Generell gibt es einige Tipps, wie man sich schützen kann:

Bei Telefonwerbung sich auf nichts einlassen und sie der Verbraucherzentrale melden! Regelmäßig alle Kontobewegungen prüfen! Sparsam sein mit der Herausgabe von Daten, am besten keine Angaben im Netz machen! Vorsichtig sein beim Herunterladen von Dateien aus dem Internet!