Anklage ohne Substanz

Im Prinzip haben Bernhard Kaster und seine Mitstreiter natürlich Recht. Sprachkompetenz ist in Europa schon lange ein wesentlicher Faktor im Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Ein Schüler aus Rheinland-Pfalz kann sich in der Tat einen Vorsprung vor Mitbewerbern aus den Nachbarländern verschaffen, wenn er nicht nur das selbstverständliche Englisch, sondern auch ein sehr gutes Französisch mitbringt.

Deshalb ist ein Französisch-Unterricht vom Kindergarten bis zum Schulabschluss natürlich eine sehr gute Sache. Dennoch stellt sich die Frage, was die Langsurer CDU-Runde denn nun genau bewirken sollte. Eine Diskussion mit der Landesregierung war weder möglich noch gewollt, man wollte unter sich bleiben und ungestört den mahnenden Zeigefinger heben. Doch derartige Zeigefinger provozieren eher selten Kooperationsbereitschaft, dafür aber oft Unverständnis und Miss-Stimmung - die auch berechtigt scheint. Denn die Behauptung, in den ersten beiden Grundschul-Jahren gebe es eine Lücke im Französisch-Unterricht, wird vom Land widerlegt. Damit verliert die CDU-Anklage ihren zentralen Punkt. j.pistorius@volksfreund.de