Mitten im Wahlkampf Freie Wähler verurteilen Flugblatt - Warten auf Antwort von Aiwanger

Mainz/München · Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende der Freien Wähler, Stephan Wefelscheid, hat das antisemitische Flugblatt aus Schulzeiten des Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger „auf das Schärfste verurteilt“. Was er sagt und worum es genau geht.

Antisemitismus-Vorwurf: Freie Wähler verurteilen Flugblatt
Foto: dpa/Sven Hoppe

Der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende der Freien Wähler, Stephan Wefelscheid, hat das antisemitische Flugblatt aus Schulzeiten des Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger „auf das Schärfste verurteilt“. „Wir sind schockiert darüber, dass jemand dazu in der Lage ist, ein derart widerliches und abstoßendes Flugblatt zu verfassen und in Umlauf zu bringen“, sagte Wefelscheid der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Es darf kein Zweifel daran bestehen, dass Antisemitismus in der Partei Freie Wähler keinen Raum hat. So steht es in unserem Wahlprogramm und so wird es auch von uns politisch gelebt.“

Der Landesverband habe am Sonntagmorgen den Bundesvorsitzenden Aiwanger gefragt, warum sich ein bis mehrere dieser Flugblätter in seiner Schultasche befanden. „Diese Frage hat der Landesvorstand Hubert Aiwanger gestern Morgen unter Abschrift an den gesamten Bundesvorstand übermittelt.“ Eine Antwort habe bis Montagmorgen noch nicht vorgelegen.

Mitten im Wahlkampf vor der Landtagswahl hatte Freie-Wähler-Chef Aiwanger am Samstag schriftlich zurückgewiesen, als Minderjähriger zu Schulzeiten in den 1980er Jahren das Flugblatt verfasst zu haben, über das die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatte. Wenig später räumte Aiwangers Bruder ein, das Pamphlet geschrieben zu haben.

Wefelscheid sagte auch, dass es bisher keine Beweise gebe, dass jemand anders als Aiwangers Bruder Helmut das Flugblatt verfasst habe. Insofern gelte die Unschuldsvermutung. Die Freien Wähler sind im rheinland-pfälzischen Landtag nach CDU und AfD die kleinste Oppositionspartei.

(dpa)
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